Die VDStra.-Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten warnt vor einer zunehmenden Zahl von Unfällen beim Rückwärtsfahren im Straßenbetriebsdienst und sieht darin ein wachsendes arbeits- und haftungsrechtliches Problem. „Besonders betroffen sind Kolleginnen und Kollegen aus Straßenmeistereien, Autobahnmeistereien und dem kommunalen Straßenbetriebsdienst, die mit Unimogs, Lkw, Kehrmaschinen, Mähgeräten oder anderen Sonderfahrzeugen unterwegs sind“, sagt der Bundesvorsitzende der VDStra., HermannJosef Siebigteroth. „Die Ursachen ähneln sich häufig: Das Fahrzeug wird allein besetzt geführt, ein Wenden ist nur mit erheblichem Zeitaufwand möglich und der vermeintlich einfachere Weg besteht darin, einige Meter zurückzusetzen. Kommt es dabei zu einem Unfall, ist die Schuldfrage meist schnell geklärt – mit oftmals unangenehmen Folgen für die betroffenen Beschäftigten, die regelmäßig die volle Verantwortung tragen.“ Selbst technische Assistenzsysteme oder besondere Fahrzeugkennzeichnungen ändern daran nichts. Siebigteroth fordert vor diesem Hintergrund eine Überprüfung der gesetzlichen Regelungen. Moderne Sicherheits- und Assistenzsysteme müssten stärker berücksichtigt werden, da sie zum Zeitpunkt der aktuellen Vorschriften vielfach noch nicht existierten. Zugleich betont die Gewerkschaft, dass bis zu einer möglichen Anpassung der Straßenverkehrsordnung strikt nach geltendem Recht gehandelt werden müsse. Konkret empfiehlt der Verband, Rückwärtsfahrten möglichst zu vermeiden, Einweiser einzusetzen und geeignete Wendemöglichkeiten zu nutzen. Zudem fordert er mehr Sensibilität für Gefährdungsbeurteilungen und warnt davor, aus Zeitdruck Risiken einzugehen. „Ziel ist es, Unfälle und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen für die Beschäftigten zu verhindern“, so Siebigteroth. VDStra. Rückwärtsfahrten rechtlich überprüfen Die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) hat in Berlin einen neuen Bundesvorstand gewählt. Pascal Koch, bisher stellvertretender Bundesvorsitzender, und Jörg Riemer, bislang Mitglied des Bundeshauptvorstandes, bilden die neue Doppelspitze des BvLB. Zu stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurden Patricia Brandtner, Kathleen Dilg, Grit Katzmann und Sabine Reitzig gewählt. Wiedergewählt wurden Andreas Stephan Hilgenberg als stellvertretender Bundesvorsitzender, Dominik Berdin als Bundesschatzmeister und Christina Müller als Bundesschriftführerin. Mit einer paritätischen Besetzung von Frauen und Männern, einer breiten regionalen Verankerung in den Landesverbänden und einer jüngeren Zusammensetzung steht der neue Bundesvorstand für Vielfalt, Erfahrung und Erneuerung. BvLB Delegiertenversammlung wählte neuen Bundesvorstand „77 Jahre und kein bisschen leise – wir nehmen die Energie des Wandels mit und bleiben dran im Sinne unserer Mitgliedschaft, damit es dem öffentlichen Dienst gut geht und in der Folge allen Menschen in Rheinland-Pfalz“, bekräftigte die dbb-Landesvorsitzende Lilli Lenz die gesellschaftliche Rolle des Verbandes im Rahmen einer Feierstunde zum Gründungsgeburtstag in Mainz. Lenz begrüßte den vom Ministerrat gebilligten Gesetzentwurf zur Anpassung von Besoldung und Versorgung 2026, 2027 und 2028 in Rheinland-Pfalz durch zeitgleiche und systemgerechte Übertragung des Ländertarifergebnisses vom Februar. „Über das Kleingedruckte reden wir nach unserem Fest.“ Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer verteidigte in seinem gewerkschaftspolitischen Grußwort den Beamtenstatus gegen Angriffe. Deutschlands Stärke sei sein öffentlicher Dienst, ohne den kein Staat zu machen sei. dbb rheinland-pfalz Jubiläumsfeier in Mainz Der stellvertretende dbb-Landesvorsitzende Lars Lamowski und Robert Tophofen, die Landesvorsitzende Lilli Lenz, dbb-Chef Volker Geyer, die stellvertretende dbb-Landesvorsitzende Johanna Mieder und Hans-Dieter Gattung (von links). Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der VDStra. © BvLB © Nathalie Zimmermann 46 KOMPAKT dbb magazin | Juli/August 2026
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