Die unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ sieht grundlegende Defizite beim Schutz von Kindern und Jugendlichen. Präventionsmaßnahmen gegen problematisches Onlineverhalten seien bislang unzureichend erforscht. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), erklärte am 6. Mai 2026: „In Deutschland ist derzeit nicht gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche gut auf die digitale Welt vorbereitet werden.“ Auch im schulischen Bereich zeigen sich deutliche Schwächen. Trotz großen Engagements vieler Lehrkräfte stoßen Medienbildung und digital gestützter Unterricht an systemische Grenzen. So verfügen laut ICILS-Studie 2023 rund 40 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler nur über grundlegende digitale Kompetenzen. Gleichzeitig klafft eine Lücke zwischen Nutzung und Fähigkeit: Nach der JIM-Studie 2025 nutzen 84 Prozent der Jugendlichen KI-Anwendungen wie ChatGPT, doch nur etwa ein Drittel traut sich zu, komplexere Inhalte wie Deepfakes einzuordnen. 81 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung durch die Schule. Zudem bestehen laut INSM-Bildungsmonitor 2025 erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Lin-Klitzing betont, steigende Anforderungen müssten mit besseren Rahmenbedingungen einhergehen. Der DPhV fordert deshalb ein verbindliches Gesamtkonzept: Medienbildung soll in allen Phasen der Lehrkräfteausbildung verankert und strukturell gestärkt werden. Zudem müsse sie als Querschnittsaufgabe in allen Fächern umgesetzt und durch qualitativ hochwertigen Informatikunterricht ergänzt werden, dessen Ausbau bislang hinter den Zielvorgaben zurückbleibt. Schließlich brauche es verlässliche Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Technologien, insbesondere von KI, sowie ausreichend Zeit, funktionierende IT und klare Standards. Verzögerungen etwa beim Digitalpakt 2.0 verschärften bestehende Ungleichheiten. Gemeinsam mit der Expertenkommission fordert der DPhV mehr Struktur und Vernetzung im Kinder- und Jugendschutz. Voraussetzung dafür sei eine realistische Bestandsaufnahme und die Bereitstellung ausreichender Ressourcen, damit Schulen ihren Beitrag leisten können. DPhV Prävention in der digitalen Welt „unterbeforscht“ Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) heißt ab sofort Bundesverband Reale Bildung (BVRB). Mit einer entsprechenden Satzungsänderung hat die Bundesdelegiertenversammlung am 8. Mai 2026 mit Zweidrittelmehrheit den Beginn einer neuen Ära markiert. Mit der Namensänderung reagiert der Verband auf die veränderten schulpolitischen Realitäten: „In vielen Bundesländern gibt es die klassische Realschule nicht mehr. Sehr wohl gibt es aber in allen Ländern Schülerinnen und Schüler, die den Mittleren Schulabschluss anstreben und deshalb eine fundierte reale Bildung benötigen. Dafür sind wir der erste Ansprechpartner“, erklärt der Bundesvorsitzende Ralf Neugschwender. Die Namensänderung verändert nichts am klaren Einsatz für den Erhalt und die Stärkung der Realschule. Wo die Realschule besteht, bleibt der Verband weiterhin ihre starke bildungspolitische Stimme. Dies machten die Delegierten deutlich, indem der Bundesverband den Untertitel „Für Realschulbildung in Deutschland“ trägt. Reale Bildung braucht im Übrigen auch die deutsche Wirtschaft. Der Mittlere Schulabschluss ist in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Auch deswegen macht sich der BVRB in einem einstimmig verabschiedeten Leitantrag für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung sowie für eine noch engere Verzahnung von Schule und Wirtschaft stark. „Das Abitur ist nicht der alleinige Weg zum beruflichen Glück. Realschulen und verwandte Schulformen halten beide Wege offen: den zum Abitur und den zur Ausbildung in Handwerk, Industrie und Handel. Darum leistet reale Bildung einen elementaren Beitrag zur Fachkräftesicherung“, so Neugschwender. Der neue BVRB-Bundesvorstand besteht aus Ralf Neugschwender als Bundesvorsitzendem und Sven Christoffer als stellvertretendem Vorsitzenden. Als weitere Stellvertreter wurden Birgit Zollitsch und Bengjamin Bajraktari gewählt. Im Amt bestätigt wurden Schatzmeister Ingo Lürbke und Schriftführerin Madeleine Helbig. BVRB Der Beginn einer neuen Ära Der neue Bundesvorstand des BVRB. © BVRB 44 KOMPAKT dbb magazin | Juni 2026
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