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Nachwuchswerbung im öffentlichen Dienst: „Klotzen statt kleckern“

  • Karoline Herrmann in einer Diskussionsrunde

Mehr gemeinsame Anstrengungen der öffentlichen Arbeitgeber bei der Nachwuchsgewinnung für den öffentlichen Dienst hat dbb jugend Chefin Karoline Herrmann gefordert.

„Glücklicherweise haben in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Arbeitgeber und Dienstherrn das aktive Personalmarketing aufgenommen – das wurde auch höchste Zeit“, sagte Herrmann beim Creative Bureaucracy Festival am 8. September 2018 in Berlin. „Aber leider wirbt der öffentliche Dienst, der so händeringend Nachwuchs sucht und zugleich im harten Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um die besten Köpfe steht, noch immer nicht flächendeckend und mit einer Stimme. Bund, Land, Kommune – da macht jeder seins, und entsprechend wirr sieht’s dann auch aus“, kritisierte Herrmann.

 

„Aus unserer Sicht wäre eine gemeinsame Recruiting-Kampagne aller Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes am zielführendsten, denn das schafft Identifizierung und Dynamik. Man könnte auf einen Schlag eine regelrechte Bewegung erzeugen, die trotzdem noch Raum für regionale Differenzierungen lässt. DER Öffentliche Dienst in Deutschland muss zur Arbeitgebermarke werden“, forderte die dbb jugend Vorsitzende. „Wir haben mit der dbb Nachwuchskampagne ‚Die Unverzichtbaren‘ eine solche bundesweite Kampagnenidee realisiert, nachdem die Arbeitgeber jahrelang nicht aus ihrer Recruiting-Untätigkeit herauskamen. Glücklicherweise wurde zumindest diese Idee zur Initialzündung für viele andere ähnliche Kampagnen von Arbeitgebern und Dienstherrn. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass aktuell mehr als 200.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fehlen, müsste Vater Staat in Sachen Nachwuchswerbung jetzt einfach mal klotzen statt kleckern.“

 

Das Creative Bureaucracy Festivals (CBF) hat am 7. und 8. September 2018 erstmals in Berlin in den Räumen der Humboldt Universität stattgefunden. Initiatoren waren Charles Landry (Autor „The Creative City“) und Sebastian Turner (Herausgeber des „Tagesspiegel“), der dbb unterstützte das Festival als Netzwerkpartner. Die Veranstaltung versammelte Innovatoren des öffentlichen Sektors auf allen Ebenen (vom Erzieher bis zur Ministerin, von der Kommune bis zur internationalen Organisation, von Zehlendorf bis Australien) und die interessierte Öffentlichkeit. Ebenso wie die Veranstalter ist auch der dbb davon überzeugt, dass Kreativität und Bürokratie kein Widerspruch sind, und Innovationen im öffentlichen Sektor das Gemeinwohl fördern. Neben dbb jugend Chefin Karoline Herrmann nahmen auch dbb Chef Ulrich Silberbach („Kommunikation zwischen Politik und Verwaltung“) und die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer („Women in administration“) als Speaker am CBF teil. Zudem beteiligte sich der dbb mit einer Plakatausstellung „Die Unverzichtbaren“.

 

Mehr zum Creative Bureaucracy Festival: www.creativebureaucracy.net

 

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