Digitaler Wandel im öffentlichen Dienst

Mit Chancengleichheit zum Erfolg

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Frauen sind die innovationstreibenden Kräfte, wenn es darum geht, den digitalen Wandel im Sinne eines starken Miteinanders zu gestalten. Bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltungen wird die Chancengleichheit damit zum entscheidenden Faktor. Das stellte Helene Wildfeuer, die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung in einem Gastbeitrag im Behördenspiegel (Oktober 2018) heraus.

„Für berufstätige Mütter ist der digitale Wandel – mit all seinen Möglichkeiten zum mobilen und flexiblen Arbeiten – mit großen Hoffnungen auf bessere berufliche Entwicklung verbunden“, stellte Wildfeuer in ihrem Kommentar heraus. Frauen bildeten nicht nur die Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, sie verfügten im Schnitt auch über die besseren Abschlüsse und Qualifikationen. „Die sozialwissenschaftliche Forschung zeigt auf, dass gerade diese jungen, gut ausgebildeten Frauen im Vorteil gegenüber den jungen Männern ihrer Generation sind.“ Wandlungsprozesse bewältigten sie erfolgreicher und, wo starre Strukturen aufbrechen, seien Frauen in der Pole-Position, in einflussreiche Positionen vorzudringen.

 

Führungskultur unter Druck

 

Flexible und mobile Arbeitsmöglichkeiten stünden jedoch im Konflikt mit den Organisationsformen und der noch immer vorherrschenden „Präsenzkultur“ in den Verwaltungen, die auf dem im analogen Zeitalter etablierten Ideal des – in der Regel männlichen – „Vollzeitbeschäftigten“ basiere. „Damit gerät das zugrundeliegende Paradigma der ‚männlichen‘ Führungskultur in die Kritik. Auch die Verwaltungen geraten hier unter Druck“, so die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

 

Für eine erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation müsse neben einer funktionstüchtigen und sicheren IT-Infrastruktur auch eine gendersensible Verwaltungskultur etabliert werden, die von einem kommunikativen, durchlässigen, teamorientierten und integrativen Führungsstil getragen werde, folgert Wildfeuer. Leitbegriffe seien hier Verantwortung, Vertrauen und Ermächtigung. „Die weiblichen Beschäftigten im öffentlichen Dienst nehmen den verantwortungsvollen Umgang mit zeitlich und räumlich flexiblem Arbeiten als große Chance wahr, den digitalen Umbruch zu bewältigen. Die Abkehr von der Präsenzkultur hin zur Ergebniskultur erfordert einen Wandel der Leistungskultur. Die handelnden Personen müssen in den Fokus gerückt werden. Der Kulturwandel wird damit Mittel zum Zweck: um der Vorbildfunktion des öffentlichen Dienstes im Sinne einer gleichberechtigten Arbeitswelt und eines ‚starken Staates‘ auch im digitalen Zeitalter gerecht zu werden“, so Wildfeuer.

 

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