60 Jahre GeNi

Gesundheit: Druck machen für bessere Arbeitsbedingungen

  • Ulrich Silberbach (rechts) mit dem Vorsitzenden der GeNi, Jens Schnepel

Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich werden sich nur verbessern, wenn die Beschäftigten den Druck auf die Politik weiterhin wachsen lassen. Das hat der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach betont.

Trotz massiver Warnungen der Betroffenen sei die Ökonomisierung der Gesundheit in den vergangenen Jahrzehnten vorangeschritten. „Zu oft steht das Geld im Mittelpunkt, nicht der Mensch. Dagegen müssen wir uns noch lauter und nachdrücklicher wehren, im Tarif- und im Politikgeschäft“, so der dbb Chef am 18. Mai 2018 bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen (GeNi) in Niedersachsen. Mit Blick auf die steigende Arbeitsbelastung ergänzte er: „Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sorgen sich in erster Linie um das Patientenwohl. Erst dann kommen die allgemeinen Arbeitsbedingungen und am Ende die eigenen Interessen. Das ist bewundernswert. Aber es darf nicht dazu führen, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre eigene Gesundheit opfern.“

 

Mit dem jüngsten Tarifabschluss mit Bund und Kommunen habe man bereits wichtige Verbesserungen bei Einkommen und Arbeitsbedingungen für einen großen Teil des Gesundheitswesens im öffentlichen Dienstes erzielen können, unterstrich der dbb  Bundesvorsitzende. Aber nicht alle Probleme ließen sich am Tariftisch lösen. Silberbach: „Die Arbeitgeber haben endlich erkannt, dass sie handeln müssen. Aber ihr finanzieller Spieltraum ist begrenzt. Deshalb müssen etwa die gesetzlichen Grundlagen der Krankenhausfinanzierung überarbeitet werden. Das ist eine politische Herausforderung, die Innenminister Horst Seehofer und Gesundheitsminister Jens Spahn annehmen müssen. Die Beschäftigten und wir als ihre Interessenvertretung werden gemeinsam Druck machen und dafür sorgen, dass das Vorhaben nicht im Sande verläuft.“

 

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