Transformationsprozess

Digitale Verwaltung braucht politischen Willen und kluge Personalentwicklung

Mangelnde politische Entschlossenheit und Defizite in der Personalkommunikation und -entwicklung sind die Hemmschuhe, die einer erfolgreichen Digitalisierung der Verwaltung derzeit im Wege stehen.

Friedhelm Schäfer, dbb Vize und Fachvorstand Beamtenpolitik, erläuterte bei der Sitzung der Arbeitsgruppe „Innovativer Staat“ der Initiative D21 am 25. Juni 2018 in Berlin, wie der Transformationsprozess erfolgreich gestaltet werden kann. „Die Digitalisierung bietet Chancen und Risiken gleichermaßen und es gilt, diesen Prozess zu gestalten, sonst gestaltet er uns“, machte Schäfer deutlich und rückte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den Mittelpunkt: „Sie betrifft es, sie müssen die Prozesse umsetzen, sie müssen die Servicefunktion für den Bürger weiter erbringen, sie müssen für die Sicherheit in unserem Land weiter garantieren.“ Deswegen seien die Beschäftigten Dreh- und Angelpunkt für ein gutes Gelingen der Digitalisierung von Staatsdienstleistungen. „Um sie für den Transformationsprozess zu gewinnen, braucht es politische Entschlossenheit und eine kluge, nachhaltige Personalentwicklung“, machte Schäfer deutlich.

 

„Transformationsprozesse sind nur dann erfolgreich, wenn ihnen ein klarer politischer Wille der Behördenleitung zugrunde liegt, der auch in der täglichen Wahrnehmung der Führungsverantwortung zum Ausdruck kommt. Eine erfolgreiche, weil klug analysierende und kalkulierende Personalentwicklung sorgt dafür, dass langfristig Menschen da sind, die die Transformation tragen und weiterentwickeln.“ Ganz entscheidend, so der dbb Vize, sei indes die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten in den gesamten Prozess. „Die Instrumente der Mitarbeiterbeteiligung sind an die Mechanismen der Digitalisierung anzupassen und fortzuentwickeln. Das schafft Vertrauen und gibt die Möglichkeit, Erfahrungen und Fachkenntnisse einzubringen.“ Daher fordere der dbb seit langem, die personalvertretungsrechtlichen Regeln insbesondere bei ressortübergreifenden Maßnahmen anzupassen. Augenmerk müsse zudem auf den Schutz der Beschäftigten vor den möglichen negativen Folgeerscheinungen einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeit liegen, mahnte Schäfer: „Die Digitalisierung wird sich auch auf Arbeits- und Privatleben auswirken. Diese Entwicklung gilt es zu steuern, da ansonsten Arbeits- und Privatbereich immer stärker vermischt werden. Flexible und mobile Arbeitsmodelle sind gut, dürfen aber nicht zu einer überlastenden Entgrenzung von Arbeit und Privatleben führen.“

 

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