Fahrer bei WiBus streiken

Weg mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft im Nahverkehr!

„Weg mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft im Nahverkehr!“ Mit dieser Forderung sind Beschäftigte der Wiesbadener Busgesellschaft mbH (WiBus) am 19. Mai 2014 in einen Streik getreten.

„Wir haben endgültig die Nase voll von der Hinhalte-Taktik der Arbeitgeber, wir lassen uns nicht länger verarschen“, brachte Axel Schad, Bundesvorsitzender der Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) den Unmut der Fahrerinnen und Fahrer auf den Punkt. „Wir erwarten, dass die Arbeitgeber umgehend an den Verhandlungstisch zurückkehren, den sie verlassen haben.“ Von Seiten der Beschäftigten stehe einer sofortigen Wiederaufnahme von Verhandlungen nichts im Wege, sagte Schad.

 

Zu dem Streik aufgerufen hat die im dbb beamtenbund und tarifunion organisierte NahVG. Seit Betriebsbeginn ist der morgendliche Busverkehr in der hessischen Landeshauptstadt durch den Streik stark beeinträchtigt. Die meisten der Busse der von WiBus befahrenen 39 Linien blieben in den Depots. „Wir sehen leider keine andere Möglichkeit mehr als bis auf Weiteres unseren Dienst zu verweigern. Denn außer leeren Versprechungen der Arbeitgeber ist bei uns bisher gar nichts angekommen“, sagte Willi Russ, Fachvorstand Tarifpolitik des dbb und Verhandlungsführer.

 

„Seit über drei Jahren werden den Kolleginnen und Kollegen der WiBus gleiche Beschäftigungsbedingungen wie die der Fahrer der ESWE Verkehr verweigert. Das ist mehr als eine Zumutung, das ist ein Skandal, den wir nicht länger hinnehmen. Also: Schluss mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft im Wiesbadener Nahverkehr und her mit einem anständigen Angebot! Sonst bleiben die Busse noch länger in den Depots“, sagte Russ.

 

Die von dem Streik betroffenen Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens bat Russ ausdrücklich um Verständnis. „Leider nimmt die Arbeitgeberseite mit ihrer starren Haltung billigend in Kauf, dass die Fahrgäste in dieser Tarifauseinandersetzung in Geiselhaft genommen werden.“ Russ ermutigte die Betroffenen, ihren Unmut ruhig bis ins Rathaus zu tragen, „denn letztendlich ist die Stadtspitze für dieses Chaos im kommunalen Nahverkehr hier verantwortlich“.

 

WiBus war bereits am 26. März und am 24. April bestreikt worden.

 

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