Gespräch im Bundesfamilienministerium

Reform der Kinder- und Jugendhilfe: Personalbelastung mitdenken

  • Caren Marks und Volker GeyerVolker Geyer, stellvertretender Bundesvorsitzender und Fachvorstand für Tarifpolitik des dbb, mit Caren Marks, Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesfamilienministerium (BMFSFJ).

Volker Geyer, Fachvorstand für Tarifpolitik des dbb, hat die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe grundsätzlich gelobt. Die Situation der Beschäftigen sei dabei jedoch noch nicht ausreichend berücksichtig worden.

„Viele Reformziele und -vorhaben sind zu begrüßen. Allerdings ist die Situation des Personals in den Ländern und Kommunen zu kurz gekommen“, sagte Geyer am 13. Januar 2020 bei einem Gespräch mit der Parlamentarischen Staatsekretärin im Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) Caren Marks. „Die vorgesehene inklusive Lösung, also die Verortung der Leistungen der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe unter dem Dach des SGB VIII, wird spürbare Folgen für das Personal vor Ort haben, denn die Arbeitsbelastung wird weiter steigen“. Die konkrete Belastungssituation, so Geyer weiter, könne regional jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Der dbb spreche sich daher weiterhin für Fallobergrenzen aus. Diese könnten einen wirksamen Beitrag leisten, um den regionalen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Allerdings sei dafür zwingend eine verbindliche Falldefinition erforderlich.

 

Der dbb und das BMFSFJ vereinbarten außerdem, den Dialog über mögliche Lösungen für den Fachkräftemangel im sensiblen Bereich der Kinder- und Jugendhilfe fortzusetzen. Geyer: „Bedingt durch den Fachkräftemangel in der Sozialen Arbeit sind neue verkürzte, länderspezifische Ausbildungsstudiengänge entstanden, die zum Teil kritisch zu bewerten sind. Wir sehen hier die Gefahr einer Deprofessionalisierung.“ Der dbb Tarifchef warb daher für einen Dialogprozesses zwischen Bundesländern, Verbänden, Lehrenden und Studierenden. Dabei könnten  Ideen entwickelt werden, wie einerseits dem Fachkräftemangel  in der Sozialen Arbeit begegnet und anderseits die hohe Ausbildungsqualität bundesweit garantiert werden könne.

 

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