Mehr Informationen im Kampf gegen Drogen

Die kriminellen Strukturen in Europa spielen eine führende Rolle bei der Herstellung und Verbreitung von verschiedensten illegalen Drogen wie Heroin und Cannabis. Dabei passt sich das organisierte Verbrechen mehr und mehr den Möglichkeiten der Globalisierung an und erschwert so die Strafverfolgung. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) zusammen mit Europol. „Kriminelle machen längst nicht mehr halt vor Grenzen. In Europa haben sie es dabei besonders leicht. Ohne grenzüberschreitende Kooperation der Sicherheitsbehörden der einzelnen Länder ist der Kampf gegen Drogen unmöglich“, kommentierte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt die Ergebnisse. „Der Bericht ist ein wichtiger Beitrag, Informationen zu liefern, die gebraucht werde um die kriminellen Strukturen besser zu verstehen und gegen sie vorgehen zu können.“

„Drogenhändler arbeiten heute erschreckend professionell. Die Strukturen ändern sich laufend und alte Praktiken werden zu Gunsten neuer Methoden aufgegeben. Die Polizei muss hier dringend auf dem Laufenden sein, um die Drogenproblematik effizient bekämpfen zu können“, so Wendt. Deshalb sei es dringend notwendig, dass die Strafverfolgungsbehörden noch stärker ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit verstärkten. „Häufig sind die einzelnen Informationen da, aber sie werden nicht zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Wir brauchen aber das komplette Bild, um wirkliche Erfolge zu haben.“ Die Arbeit von EBDD und Europol sei ein nicht zu unterschätzender Beitrag. „Hier wird ein Schlaglicht auf bisher undurchsichtige Strukturen geworfen.“ Diese wichtige Arbeit müsste künftig fortgeführt werden.

 

Zusätzlich sei es auch notwendig, dass die Politik eine entsprechende personelle und technische Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden gewährleiste. „Drogen sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Hier müssen eher mehr als weniger Mittel zur Bekämpfung eingesetzt werden“, fordert Wendt. Vor allem bezüglich technischer Möglichkeiten seien die Strafverfolgungsbehörden häufig nicht auf Augenhöhe mit dem organisierten Verbrechen. „Die Kriminellen sind in ihrer technischen Ausstattung und ihren Strategien und Möglichkeiten etwa für den Drogentransport der Polizei häufig einen Schritt voraus. Das muss sich dringend ändern“, so der DPolG-Chef.

 

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