Internationaler Frauentag

Lühmann fordert ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter

  • Kirsten Lühmann

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März forderte die stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Präsidentin der CESI-Kommission für Frauenrechte und Gleichberechtigung (FEMM) Kirsten Lühmann mehr Einsatz der europäischen Führungskräfte für ein Europa der Chancengleichheit und der Gleichstellung der Geschlechter. „Frauen haben es in unserer Gesellschaft immer noch schwerer als Männer. Die strukturellen Ursachen dafür müssen endlich von der Politik behoben werden“, betonte Lühmann.

Das Thema des diesjährigen Internationalen Frauentages lautet „Frauen in einer sich verändernden Arbeitswelt“. „Frauen bleiben in Sachen Karriere, Einkommen und Einfluss immer noch deutlich hinter den Männern zurück. Ich wünsche mir von dem Gipfel in Rom ein klares Bekenntnis der Staats- und Regierungschefs, dass sie sich für Chancengleichheit und Gleichberechtigung stark machen werden.“ Die erwartete Erklärung zur Zukunft der EU müsse auch diesen Aspekt berücksichtigen, so Lühmann.

 

Eurostat veröffentlichte pünktlich zum Weltfrauentag neue Zahlen zu Frauen in Führungspositionen. Nur eine von drei Führungskräften in der EU ist demnach eine Frau, und sie verdient im Schnitt fast ein Viertel weniger als ein Mann. „Dass weibliche Führungskräfte nur 77 Cent für jeden Euro verdienen, den eine männliche Führungskraft pro Stunde bekommt, ist absolut nicht gerecht.“ Auch unbezahlte Familienarbeit werde nach wie vor im Wesentlichen von Frauen geleistet. Das müsse den Arbeitgebern bewusst sein, sagte Lühmann.

 

Sie begrüße dagegen sehr, dass das Bundeskabinett angekündigt hat, endlich der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt beizutreten. Die Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag des Europarates, der bereits 2014 in Kraft trat. Deutschland hat die Konvention bisher noch nicht ratifiziert. „Ziel der Konvention ist ein europarechtlicher Rahmen zur Prävention und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Deutschland sollte dabei sein“, sagte Lühmann.

 

Im Jahr 2018 wird Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern.

 

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