Wohnen im Alter

Lebensqualität sichern

  • Horst Günther Klitzing (r.) und Klaus-Dieter Schulze (l.) beim Treffen mit Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und GemeindebundHorst Günther Klitzing (r.) und Klaus-Dieter Schulze (l.) beim Treffen mit Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund

Zu einem Meinungsaustausch sind der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung, Horst Günther Klitzing, und sein Stellvertreter Klaus-Dieter Schulze  Ende Februar 2019 in Berlin mit dem Beigeordneten des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Uwe Lübking, zusammengekommen.

Klitzing und Schulze forderten die Umsetzung der Empfehlungen des 7. Altenberichtes der Bundesregierung die dazu beitrügen, die Lebensqualität im Alter zu sichern. Unter anderem müssten die Unterschiede zwischen städtischem und ländlichem Raum sowie zwischen verschiedenen Städten und Regionen bei der Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt werden. „Besonders ländliche Regionen müssen gestärkt werden, damit sich Menschen im Alter nicht gezwungen sehen, in Ballungsräume zu ziehen. Auch die Lebensqualität in Städten droht sich durch die Bebauung von Freiflächen zu verschlechtern“, so Klitzing und Schulze.

 

Lübking wies darauf hin, dass für den geplanten Bau von 1,5 Millionen Wohnungen bis zum Jahr 2022 zwar ein Betrag von zwei Milliarden Euro zur Verfügung stehe, vielfach aber seitens der Eigentümer die Bereitschaft fehle, infrage kommende Grundstücke zu verkaufen. Daneben müsse geprüft werden, wie preiswerter gebaut werden könne, auch wenn dies den Abbau rechtlicher Vorschriften erfordere.

 

Einig waren sich die Gesprächspartner über die Bedeutung des Internetausbaus im ländlichen Raum. Sie kritisierten, dass nahezu alle Bundesministerien eine Zuständigkeit für Digitalisierung hätten, was praktikable Lösungen erschwere. Weiter stellten sie fest, dass die Teilhabe älterer Menschen an kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen unter den finanziellen Problemen der Städte und Gemeinden litten. Es müsse über Entlastungen an anderer Stelle nachgedacht werden, beispielsweise bei den Sozialausgaben. Hier gelte es, Bund und Länder an ihre Verantwortung für die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse zu erinnern.

 

Lübking begrüßte zudem den Vorschlag, die Seniorenbeiräte bei der Planung und Gestaltung von Lebensräumen für ältere Menschen einzubeziehen. Die Betroffenen könnten am ehesten einschätzen, was notwendig und hilfreich sei.

 

Mit Blick auf den Ärztemangel auf dem Land forderten dbb und Städte- und Gemeindebund, nicht nur kommunale Steuerungsinstrumente zu stärken, sondern auch die Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen in die Pflicht zu nehmen, ihre finanziellen Gestaltungsspielräume auszunutzen, um die Niederlassung für junge Ärztinnen und Ärzte im ländlichen Raum attraktiver zu machen.

 

Auch moderne Alternativen wie Telemedizin und mobile Versorgung oder die Reaktivierung altbewährter Institutionen wie die der Gemeindeschwestern müssten in der Diskussion bleiben.

 

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