dbb Bundesseniorenvertretung

Lebensmittel: Spendenpflicht statt Wegwerfkultur

Die dbb bundesseniorenvertretung hat neue gesetzliche Regelungen für die Verwertung überschüssiger Lebensmittel gefordert. Das sei dringend notwendig, damit bedürftige Menschen besser und vor allem würdevoll mit Lebensnotwendigem versorgt werden können, sagte der Vorsitzende Horst Günther Klitzing am 31. Januar 2019 in Berlin.

Kurz zuvor waren zwei Studentinnen vom Amtsgericht Fürstenfeldbruck wegen Diebstahls verurteilt worden, weil sie Lebensmittel im Wert von rund 100 Euro aus einem Abfallcontainer eines Supermarktes gefischt hatten. Zwar sei die Strafe sehr milde ausgefallen. Dennoch werfe dieser Prozess erneut grundsätzliche gesellschaftliche Fragen auf. Klitzing: „Auch Seniorinnen und Senioren, die am Existenzminimum leben, sind wiederholt dafür verurteilt worden, weil sie im Müll der Supermärkte nach Verwertbarem gesucht haben. In der Bundesrepublik wird das rechtlich immer noch als Diebstahl behandelt. Eine reiche Industrienation wie Deutschland muss sich fragen lassen, ob solche Gesetze in Anbetracht der immer weiter auseinanderklaffenden sozialen Schere zeitgemäß und menschenwürdig sind.“

 

In Frankreich gebe es mittlerweile ein Gesetz, das Industrie und Märkte zur Abgabe nicht mehr verkäuflicher Lebensmittel an soziale Einrichtungen zwingt. „Die Erfahrungen sind durchaus positiv. Der Gesetzgeber könnte hier mit relativ wenig Aufwand viel für die Linderung sozialer Not und gegen die Vernichtung von Lebensmitteln tun“, so Klitzing.

 

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