Kirsten Lühmann: Keine nationalen Alleingänge mehr!

  • Geschlossene Grenze

„Ich möchte, dass es in der Corona-Krise keine nationalen Alleingänge mehr gibt, sondern überlegte und abgestimmte Strategien“, erklärte die stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Kirsten Lühmann am Wochenende als Vorstandsmitglied der Europäischen Bewegung Deutschland.

Die einseitigen Grenzschließungen, die von fast allen europäischen Ländern eine Zeit lang unkoordiniert beschlossen wurden, seien sowohl für Menschen, die in anderen Ländern arbeiten, als auch für den Warenverkehr dramatisch gewesen. Die stellvertretende dbb Bundesvorsitzende betont: „Auch der öffentliche Dienst mit seinen Kontrollfunktionen wurde davon überrascht.“ Erfreulicherweise seien inzwischen die Folgen für die Versorgung der Bevölkerung minimiert und die Arbeitsbedingungen des öffentlichen Dienstes verbessert worden.

 

„Die Grenzschließungen haben sicherlich zu einer Verlangsamung der Ausbreitung des Virus beigetragen. Sie sind deshalb in der aktuellen Situation richtig, müssen aber koordiniert erfolgen“, so Lühmann. Es sei wichtig, dass diese Maßnahmen rechtzeitig und abgestimmt kommuniziert werden. Das gelte auch für Reisebeschränkungen im Inland.

 

Lühmann fordert mehr Zusammenhalt: „Der gemeinsame Wertekanon und die europäische Solidarität müssen wiederentdeckt werden.“ Spätestens in der Flüchtlingskrise sei die europäische Wertegemeinschaft zerfallen, übrig geblieben sei eine Wirtschaftsgemeinschaft ohne inneren Zusammenhalt. Dieser enorme Rückschritt zeige sich jetzt auch in der Corona-Krise mit voller Wucht. „Bei der gemeinsamen Bewältigung der Krise dürfen wir den Fokus nicht allein auf die Wirtschaft legen. Wir müssen die medizinische und die soziale Krise gemeinsam lösen“, so Lühmann.

 

zurück