Stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb zählt zu Initiatoren

Jürgen Böhm startet Erfahrungsaustausch „Gemeinsam für Demokratie“

  • Jürgen Böhm

Das Projekt richtet sich an Lehrer in Israel und Bayern, um sich in Sachen Wertevermittlung und Demokratieerziehung gegenseitig zu beraten. „Wir wollen uns austauschen über die besten Wege, jungen Menschen demokratische und pluralistische Werte zu vermitteln“, so Böhm, Chef des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR).

Das Projekt soll Lehrkräfte bei der Integrationsarbeit an den Schulen beider Länder unterstützen. Integration ist ein Schlüssel für das Zusammenleben in Israel, das ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturkreise ist. Juden aus Europa, Nordafrika, dem Orient und Russland, Alteingesessene und erst in jüngerer Zeit eingewanderte Menschen sowie auch muslimische und christliche Araber bilden die israelische Gesellschaft. Und Bayern, so unterschiedlich die Lage auch sein mag, steht wie alle deutschen Bundesländer vor der großen Aufgabe der Integration geflüchteter Menschen, die in den Jahren 2015 und 2016 in großer Zahl nach Europa kamen. „Unsere Schulen stehen vor einer besonderen Herausforderung, die wir zum Wohle der Kinder und Jugendlichen gleich welcher Herkunft und auch im Sinne unserer Gesellschaft, unserer inneren Ordnung und unseres sozialen Friedens meistern müssen“, zeigt sich Jürgen Böhm überzeugt.

 

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern, die unterschiedliche soziale, ethnische und religiöse Wurzeln haben. Im November 2017 besuchten bayerische Lehrerinnen und Lehrer israelische Schulen und tauschten sich dort mit ihren Kolleginnen und Kollegen und Vertretern des Bildungsministeriums in Israel aus. Bereits im Februar war eine israelische Delegation in Bayern gewesen. „Das Projekt ist Teil des Wertebündnisses Bayern, in dem unter anderen alle dbb Lehrergewerkschaften über die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) aktiv sind“, weiß Böhm zu berichten. Böhm war 2015 Präsident dieser Arbeitsgemeinschaft. „Unser Ziel ist das friedliche Zusammenleben in einer weltoffenen, toleranten Gesellschaft. Das Projekt kann auch als ein Beitrag zur Prävention von Extremismus verstanden werden.“ Böhm wünscht sich ausdrücklich, dass das Projekt über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlt. Aktuell ist eine Methodensammlung in Arbeit, die schon bald allen Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung stehen soll.

 

Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende betont allerdings auch, dass das Engagement der Lehrkräfte allein nicht ausreichen werde, die Integration zu schaffen. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, und die Landesregierungen stehen in der Pflicht, unsere Schulen entsprechend mit qualifiziertem Personal und auch materiell adäquat auszustatten.“ Die diesbezüglichen Forderungen des dbb bestünden unabhängig von der Initiative des Wertebündnisses Bayern. Der dbb verabschiedete zudem im Juni 2017 ein Positionspapier zur Rolle der Bildungseinrichtungen bei Demokratieerziehung und Wertevermittlung, das unter anderem mehr Zeitressourcen für die Lehrerinnen und Lehrer von den Dienstherren einfordert.

 

Zur Homepage des Projekts "Gemeinsam für Demokratie. Israel und Bayern".

 

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