Luftverschmutzung und Staus:

GDL fordert Investitionen in Schienenverkehr

Mit Blick auf die Verkehrspolitik und den Klimaschutz hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky kritisiert, dass sich die Unterhändler bei den „Jamaika“-Sondierungen nur auf die Automobilindustrie „eingeschossen“ haben. „Damit sind die Probleme jedoch noch lange nicht beseitigt. Viel effizienter könnten Staus und Luftverschmutzung verringert werden, wenn tatsächlich mehr Verkehr auf die Schiene gelenkt würde“, sagte der GDL Chef und dbb Vize am 10. November 2017.

Die GDL fordere deshalb einen „Masterplan Schiene“ im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. Als erstes müsse die Schiene beispielsweise wieder die gleichen Mittel wie die Straße bekommen, so Weselsky. Nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 gehen lediglich 41,6 Prozent der fast 270 Milliarden Euro an die Schiene, während nahezu die Hälfte der Mittel in Bundesstraßen und Autobahnen fließen. Entscheidend sei aber auch, wo und wie investiert wird. Weselsky: „Es muss Schluss sein mit Leuchttürmen wie Stuttgart 21. Vielmehr müssen die Mittel in der Fläche investiert werden.“

 

Zudem sei ein deutschlandweit aufeinander abgestimmter Taktfahrplan für den Personen- und Güterverkehr notwendig, an dem sich der Ausbau der Schieneninfrastruktur ausrichtet. Der „Deutschland-Takt“ müsse am besten noch im Jahr 2018 gestartet werden. Dafür sei wiederum eine Umstrukturierung des Deutsche Bahn-Konzerns der Schlüssel, um die Infrastruktur zusammenzuführen, von der Gewinnorientierung zu befreien und diese damit wieder an den Kernzielen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auszurichten.

 

Ferner gehöre die EEG-Umlage für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel abgeschafft. Auch dadurch wären tatsächliche Preissenkungen für die Kunden der Eisenbahnen möglich. „Erst wenn das Angebot in Preis und Leistung wieder stimmig ist, wird die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene stattfinden. Wer also das Eisenbahnsystem wirklich für die Zukunft ertüchtigen will, der muss zuallererst dessen technisch zwingende Grundlagen verstehen und akzeptieren. ‚Jamaika‘ hat es jetzt in der Hand, ob wir im Stau ersticken oder nicht“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

 

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