Neue Betrugsmasche

Filialsterben der Banken spielt Gaunern in die Hände

Dass dreiste Betrugsversuche an Seniorinnen und Senioren oft erfolgreich sind, ist auch eine Folge des Bankensterbens im ländlichen Raum. Das hat der Vorsitzende der dbb Bundesseniorenvertretung Horst Günther Klitzing gegenüber dem Bayerischen Rundfunk thematisiert.

Ältere Menschen werden derzeit insbesondere in Bayern mit einer neuen Betrugsmasche dazu gebracht, hohe Geldbeträge abzuheben und den Tätern auszuhändigen. Dabei gehen die Gauner sehr geschickt per Telefon vor: sie geben sich als Bankmitarbeiter oder Polizisten aus und treiben ihre Opfer nach und nach in eine frei erfundene Situation, die sie glauben machen will, die ganze Welt habe sich gegen sie verschworen und nur der Anrufer und der Abholer des Geldes seien vertrauenswürdig.

 

Für Klitzing liegt ein Teil des Problems darin, dass es im ländlichen Raum immer weniger Bankfilialen gibt und der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Bankangestellten seltener wird. Klitzing sieht die Banken in der Pflicht: „Ich bin der Meinung, dass die Geldinstitute auf die Bedürfnisse der Senioren nicht genügend eingehen", sagte Klitzing dem Sender BR24 am 14. Dezember 2019. Es könne nicht sein, dass auf dem Land kein angemessenes Gesprächsangebot vorhanden sei, die Banken müssten sich stärker um die Belange Älterer kümmern. „Doch die Chancen, dass das Filialnetz in ländlichen Regionen ausgebaut und der persönliche Kontakt zu den Kunden wieder gestärkt wird, halte ich für gering,“ kritisierte der Seniorenvertreter die zunehmende Verlagerung von Bankgeschäften auf das Internet.

 

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