Interview mit dbb Chef Silberbach

Erfolgreiche Digitalisierung braucht Vertrauens- und Fehlerkultur

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Um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen voranzutreiben, muss sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch beim Staat ein Mentalitätswechsel stattfinden, hat dbb Chef Ulrich Silberbach gefordert.

„Die Datenweitergabe zwischen den Behörden scheitert zum einen an gesetzlichen Restriktionen und fehlenden Schnittstellen zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Da kochen zu viele Beteiligte ihr eigenes Süppchen“, sagte Silberbach im Interview mit dem Magazin „Stadt und Gemeinde digital“ (Ausgabe September 2020) des Deutschen Städte- und Gemeindenbundes. „Zum anderen sind die Bürgerinnen und Bürger gegenüber Amazon und Co. vertrauensseeliger bei der Datenweitergabe als gegenüber ihrem eigenen Staat. Dieses Missverhältnis stimmt mich nachdenklich. Hier würde eine deutsche Verwaltungs-Cloud sicher vertrauensfördernd wirken.“ Zudem müsse es auf allen Seiten eine „innovationsfreudigere Vertrauens- und Fehlerkultur“ geben.

 

Mit Blick auf die Corona-Pandemie betonte der dbb Bundesvorsitzende, dass diese die Arbeitswelt nachhaltig verändert habe: „Und diese Veränderungen werden sich nicht mehr zurückdrehen lassen können. Schnellere Zusammenarbeit, weniger Hierarchie und projektbezogene Arbeit – das sind die Herausforderungen für die Zukunft. Arbeit im Homeoffice wurde in dieser Zeit Standard und diese Möglichkeit muss auf der Grundlage sozialpartnerschaftlicher Vereinbarungen ausgeweitet werden, wenn der Arbeitsplatz und die Tätigkeit dies ermöglichen – dafür tritt der dbb ein.“

 

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