Equal Pay Day Kampagne gestartet: Mehr Transparenz wagen

Die dbb bundesfrauenvertretung dringt auf mehr Transparenz bei den Beurteilungs- und Beförderungsverfahren der öffentlichen Verwaltungen. „Um die Entgeltlücke von acht Prozent im öffentlichen Dienst schließen zu können, müssen wir dafür sorgen, dass männliche und weibliche Beschäftigte sowie Vollzeit- und Teilzeitkräfte die gleichen Aufstiegschancen und damit auch den gleichen Zugang zu finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten“, forderte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer zum Auftakt der Equal Pay Day Kampagne am 9. November 2017 in Berlin.

„Wer in Teilzeit gute Leistung bringt, muss im ersten Schritt beförderungsfähig beurteilt und im zweiten Schritt auch befördert werden. Das muss mit gendersensiblen Statistiken sichtbar gemacht werden. Frei nach dem Motto: Wer den Durchblick hat, kommt weiter“, so Wildfeuer. Teilzeit sei neben familiären Erwerbsunterbrechungen noch immer ein Hauptgrund für geschlechterbedingte Verdienstunterschiede. „Auch im öffentlichen Dienst hindert die Karrierebremse Teilzeit vor allem Frauen daran, gut dotierte Positionen zu erhalten. Das Entgelttransparenzgesetz hilft hier nur bedingt weiter. Wir fordern die öffentlichen Arbeitgeber und Dienstherren deshalb auf, die diskriminierenden Momente der dienstlichen Beurteilung statistisch offenzulegen. Damit kann der von vielen Seiten seit langem beanstandeten, Frauen benachteiligenden Dienstpraxis ein Ende gesetzt werden. Hierfür liefert das Grundgesetz in Artikel 3 die gesetzliche Grundlage“, machte Wildfeuer deutlich.

 

Mit dem Leitspruch „Transparenz gewinnt“ wirbt die aktuelle Kampagne der Equal Pay Day Initiative für faire und gerechte Einkommensverhältnisse von Männern und Frauen. Als wichtige Bündnispartnerin unterstützt die dbb bundesfrauenvertretung die Kampagne gegen Entgeltdiskriminierung.

 

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