Einkommensrunde 2012: Frauen im öffentlichen Dienst fordern faire Bezahlung

Unter dem Motto „Frauen stärken – Starke Löhne“ zeigen weibliche dbb Mitglieder in der anstehenden Einkommensrunde Flagge. Sie unterstützen die Forderung der Bundestarifkommission und des dbb Bundesvorstands, die Löhne für die rund zwei Millionen Tarifbeschäftigten in Bund und Kommunen um 6,5 Prozent, mindestens aber um 200 Euro, zu erhöhen. „Die weiblichen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind sich einig, dass ein starkes Land auch Frauen faire Löhne zahlen muss. Schließlich stellen sie mit über 50 Prozent die Mehrheit der Beschäftigten in den öffentlichen Verwaltungen“, sagte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 10. Februar 2012 in Berlin und forderte eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf den Bundesbeamtenbereich. „Auch die vielen Beamtinnen dürfen nicht von der Lohnentwicklung abgehängt werden.“

Aber nicht nur die finanzielle Aufwertung der Entgelte sei laut Wildfeuer dringend notwendig. Auch die enorme Leistung von in Kommunen und Bundesverwaltung beschäftigten Eltern müsse stärker gewürdigt werden. „Ein ordentliches Plus am Monatsende ist eine große Erleichterung vor allem auch für berufstätige Mütter und Väter. Das sind die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern schuldig. Zusätzlich müssen wir aber auch an den Arbeitsbedingungen arbeiten. Denn mit Geld allein lässt sich kein familienbewusstes Arbeitsklima schaffen. Damit meine ich: Flexiblere Arbeitszeitmodelle und konkrete Hilfestellungen bei der Organisation von Betreuungs- und Pflegeangeboten, die es ermöglichen, Kindererziehung und andere familiäre Verpflichtungen mit dem Berufsleben zu vereinen, müssen obligatorisch angeboten werden.“ Gleichzeitig müsse auch die Ausgestaltung von Führungspositionen besser auf die Bedürfnisse von pflegenden und erziehenden Beschäftigten abgestimmt werden. Wildfeuer: „Führungsnachwuchs muss auch unter Teilzeitbeschäftigten gesucht und gefördert werden.“

 

In diesem Zusammenhang wies die Vorsitzende auf die Kampagne „Starkes Land – faire Löhne!“ des dbb hin, die die diesjährige Einkommensrunde für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen im Vorfeld begleitet. „Ab Mitte Februar, noch bevor die Verhandlungen am 1. März beginnen, geht ein Truck in den Farben des gewerkschaftlichen Dachverbandes auf Tour quer durch Deutschland. Bürgerinnen und Bürger sollen vor Ort über die Arbeit im öffentlichen Dienst informiert und dazu angeregt werden, offensiv über die Lohnforderungen zu diskutieren. Der öffentliche Dienst hat sich in den Krisenjahren als zuverlässiger und leistungsstarker Partner bewiesen. Jetzt geht es darum, diese starke Leistung anzuerkennen“, so Wildfeuer.

 

Nach dem Auftakt in Berlin am 17. Februar macht der Truck Station in zahlreichen Städten, unter anderem in Bonn, Nürnberg und dem Ort der Verhandlungen, Potsdam.

 

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