Schwerer Busunfall in Bayern

DPolG fordert europaweit einheitliche Regelung zur Rettungsgasse

Vor dem Hintergrund des Busunfalls in Bayern mit 18 Toten und mehreren Schwerverletzten forderte die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) am 4. Juli 2017 das Thema „Bildung von Rettungsgassen“ stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Nach Medienberichten kam es in Folge des Unfalls zu erschwerten Bedingungen für die Rettungskräfte, die Mühe hatten, an die Unfallstelle vorzudringen.

Der DPolG Bundesvorsitzende Rainer Wendt forderte deshalb: „Wir brauchen endlich eine europaweit einheitliche Regelung über die Bildung von Rettungsgassen. Dass es immer noch unterschiedliche Vorschriften gibt, ist nicht nachvollziehbar und kann schlimmstenfalls Menschenleben kosten. Deutschland muss sich endlich für eine einheitliche Regelung auf EU-Ebene stark machen. Nicht zuletzt brauchen wir eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Rettungsgasse.“

 

Vielen Fahrzeugführenden sei die Notwendigkeit der Bildung einer Rettungsgasse nicht bewusst. Problemverschärfend wirkten dabei nicht rechts fahrende Lkw, Kraftomnibusse und Gespanne. Um die Bildung einer Rettungsgasse nicht zu erschweren, müsse dies bereits bei der Entstehung eines Staus zwischen der linken und der mittleren Fahrspur erfolgen - so stehe es auch in der Straßenverkehrsordnung. „Das erleichtert den Einsatzfahrzeugen das Vordringen zur Unfallstelle. Gerade Urlauber können in so einer Situation aber nicht erst überlegen, wo die Rettungsgasse zu bilden ist. Deshalb bedarf einer einheitlichen europäischen Regelung“, so Wendt.

 

Der DPolG-CHef sprach sich außerdem für höhere Strafen für Blockierer aus: „Anders als Bundesverkehrsminister Dobrindt fordern wir ein Bußgeld von mindestens 200 Euro. Zum Vergleich: In Österreich beginnt die Sanktion bei dieser Art Verkehrsverstoß bei 726 Euro.“

 

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