Europäische Woche der Berufsbildung 2020

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: dbb Vertreter fordern Neuausrichtung

Die internationalen Klimaziele und die Digitalisierung sind wichtige Treiber tiefgreifender Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft.

„Digitale Kompetenz und die Fähigkeit zu nachhaltiger Ressourcennutzung werden für viele Berufsbilder prägend sein“, zeigt sich Stefan Nowatschin überzeugt. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) nahm gemeinsam mit dem Sprecher der CESI-Jugend, Matthäus Fandrejewski, an der diesjährigen Europäischen Woche der Berufsbildung teil, die vom 9. bis 13. November online stattfand. Nowatschin und Fandrejewski fordern eine Neuausrichtung der beruflichen Bildung auf die Metatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

 

„Die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft kann nur gelingen, wenn berufliche Bildung die künftigen Erwerbstätigen adäquat vorbereitet“, erklärte Nowatschin in einer der Online-Konferenzen der europäischen Berufsbildungswoche, an der er als Berufsbildungsbeauftragter der CESI teilnahm. Fandrejewski forderte: „Alle Lernorte der beruflichen Bildung, berufsbildende Schulen, überbetriebliche Berufsbildungszentren, Weiterbildungseinrichtungen und Hochschulen müssen ihre Strukturen auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit ausrichten.“

 

Fandrejewski stellte in einem Impulsvortrag fünf zentrale Aspekte für eine nachhaltigkeitsorientierte Ausbildung vor: ihre Finanzierung über Berufsbildungsfonds, die Neuausrichtung der Ausbildungs- und Lehrpläne, die Berufung von jungen Nachhaltigkeitsbeauftragten an allen Lernorten sowie ausreichend qualifiziertes Personal und eine zeitgemäße technische Ausstattung. „Die EU kann und muss dabei helfen, diese Neuausrichtung auf eine nachhaltigkeitsorientierte Berufsbildung zu erreichen.“

 

Nowatschin unterstrich seine Forderung nach einem Pakt für die Berufsschulen und wies darauf hin, dass auch das Berufsbildungsgesetz und die jeweiligen Schulgesetze konkrete Handlungsaufträge an die Schulleitungen beinhalten müssten. „Digitalisierung und Nachhaltigkeit brauchen für eine erfolgreiche Umsetzung auch Leadership im Klassenraum und im Betrieb oder Büro.“ Abschließend rief Fandrejewski die Verantwortlichen auf, Ausbildungsprogramme fortzuführen und jungen Menschen trotz der schwierigen Zeiten Perspektiven zu bieten.

 

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