Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

Digitalisierung als nationale Aufgabe mit gemeinsamer Verantwortung

  • Arne Schönbohm, Präsident Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik auf der dbb Jahrestagung 2018

„Die Gestaltung der Digitalisierung in Deutschland ist eine nationale Aufgabe, die in gemeinsamer Verantwortung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft geschultert werden muss“, hat Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), gefordert.

„Informations- und Cyber-Sicherheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für das Gelingen der Digitalisierung in Deutschland“, sagte Schönbohm in seinem Vortrag über die Anforderungen an eine smarte und sichere digitale Gesellschaft bei der dbb Jahrestagung am 8. Januar 2018 in Köln. Digitalisierung bedeute mehr Möglichkeiten, „auf die Deutschland nicht verzichten kann und soll“, aber eben auch mehr Gefahren, „auf die Deutschland vorbereitet sein muss“. Täglich gebe es 280.000 neue Schadprogramm-Varianten, allein auf die Netze des Bundes seien täglich zwischen 2.000 und 3.000 Angriffe zu verzeichnen, darunter drei bis fünf gezielte, berichtete der BSI-Präsident. Werkzeuge für Cyber-Angriffe kosteten nur fünf US-Dollar pro Stunde. Auch die Fallzahlen für Online-Betrugsmaschen und gezielte Cyber-Spionage stiegen von Jahr zu Jahr.

Video des gesamten Vortrags

 

In Deutschland bildet die Cyber-Sicherheitsstrategie 2016 den ressort-übergreifenden Rahmen für alle Aktivitäten der Bundesregierung mit Bezug zur Cyber-Sicherheit. Die für Cyber-Sicherheit auf nationaler Ebene zuständige Behörde ist dabei das BSI, das die Informationssicherheit für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft durch Prävention, Detektion und Reaktion gestaltet. „Wir alle gemeinsam tragen die Verantwortung für eine smarte und sichere digitale Gesellschaft“, mahnte Schönbohm. Die IT-Sicherheit müsse als integraler Bestandteil von Produkten etabliert und bewährte Standards erhalten und gestärkt werden. Zugleich gelte es, die gesetzlichen Grundlagen an die Bedrohungslage anzupassen und den digitalen Selbstschutz zu fördern. „Der Staat ist nicht wehrlos gegenüber Cyber-Kriminalität“, stellte Schönbohm klar. Man müsse ihn allerdings mit den entsprechenden Ressourcen ausstatten und länderübergreifende Vernetzung ermöglichen und ausbauen, um handlungsfähig zu bleiben.

 

zurück