Podium mit Stefanie Hecht und Friedrich Fuß

Den Veränderungsprozess gemeinsam bewältigen

  • Stefanie HechtStefanie Hecht vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
  • Friedrich FußFriedrich Fuß, Chief Digital Officer der Stadt Bonn

Theorie und Praxis der Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben in der öffentlichen Verwaltung beleuchteten die Wissenschaftlerin Stefanie Hecht vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS und Friedrich Fuß, der Chief Digital Officer der Stadt Bonn.

„Digitale Transformation funktioniert nur, wenn die dafür notwendigen Methoden und Denkweisen abteilungsübergreifend etabliert werden, und das bezieht sich keineswegs nur auf IT-Angelegenheiten“, stellte der ehemalige Technische Geschäftsführer der Telekom Deutschland klar, der die Stadt Bonn seit Anfang 2018 bei der Umsetzung ihrer Agenda „Digitale Verwaltung“ berät. Bei der Stadt sollen in den nächsten Jahren zahlreiche Prozesse und Abläufe sowie Kundenkontaktstellen digitalisiert werden, vor allem in den Bereichen Bürgerservice, digitale Bildung und Mobilität. Dieser „gewaltigen Veränderungsprozess“ löse nicht selten Ängste aus, so der Praktiker Fuß „Die Veränderungen machen unsicher und ich suche konkret Lösungen für das, was als Problem beschrieben wird.“  Als ein wichtiges Ziel seines Coachings nennt Fuß: Die Menschen aus dem „Silo-Denken“ zu führen, nach dem Verwaltung organisiert ist, und sie mit prozessorganisiertem Denken und Arbeiten vertraut zu machen.

 

Stefanie Hecht informierte über den Geschäftsbereich Digital Public Services (DPS) des Fraunhofer Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, in dem die Forschungsaktivitäten zu eGovernment und Öffentlicher IT zusammenlaufen: Politik, Verwaltung und Wirtschaft sollen bei der strategischen Umsetzung von passgenauen und sicheren IKT-Lösungen im öffentlichen Raum und in der öffentlichen Verwaltung unterstützt werden. IT-Projekte könnten nutzerfreundlicher gestaltet , wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig einbezogen würden, so Hecht: „Dann verbessert sich die Gebrauchstauglichkeit, die so genannte Usability der Software, signifikant, teure Fehlentwicklungen werden vermieden und die Akzeptanz steigt.“ Die von Hechts Forschungsteam durchgeführte „Usability-Begleitung“ schilderte die Wissenschaftlerin als Mix aus empirischen und analytischen Methoden:  „Zu den analytischen Methoden gehört etwa die Untersuchung auf Standardkonformität nach DIN und ISO-Richtlinien. In Kombination mit empirischen Anwendertests lässt sich dann ein realistisches Bild von Stärken und Schwächen eines Projektes gewinnen.“

 

Eine erfolgreiche Einführung neuer Arbeitsmittel und –methoden hängt vor allem davon ab, wie offen die Beschäftigten der Digitalisierung gegenüberstehen, zeigten sich der Friedrich Fuß und die Stefanie Hecht einig, wobei Alter und Geschlecht bei der Akzeptanz eine geringere Rolle spielten als   die jeweilige Position in der Unternehmenshierarchie.

 

zurück