dbb Vize Silberbach zu „Kommunen der Zukunft“:

Demografischen Wandel als Innovationsprozess begreifen

Mit dem Appell, den demografischen Wandel als Innovationsprozess zu begreifen, hat Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft und dbb Vize, das Symposium „Kommunen der Zukunft“ am 4. November 2013 in Berlin eröffnet, zu dem die Gewerkschaft der Kommunal- und Landesbeschäftigten gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung eingeladen hatte. Silberbach machte zugleich klar: „Nur finanziell gut aufgestellte Kommunen haben Gestaltungsmacht.“ Besonders eine angemessene personelle Ausstattung der Städte und Gemeinden liege der komba gewerkschaft am Herzen. Sonst werde die qualitativ hochwertige Verwaltungsarbeit im Dienste der Bürgerinnen und Bürger kaum weiter zu leisten sein. Seit 1991 sind im öffentlichen Dienst der Kommunen rund 700.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.

Der demografische Wandel biete auch zahlreiche neue Chancen und Potenziale, sagte Silberbach. Dieser „Bewusstseinswechsel“ müsse sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite praktisch umgesetzt werden, wenn es um die Zukunft des öffentlichen Dienstes gehe. „Während sich die Beschäftigten aber gezwungenermaßen schon heute Tag für Tag ganz real mit den Folgen des demografischen Wandels in Gestalt von deutlich lebensälteren Belegschaften, höheren Krankenständen, fehlenden Fachkräften und entsprechender Arbeitsverdichtung auseinandersetzen, haben die Arbeitgeber den Schuss offenbar noch nicht gehört“, kritisierte Silberbach. „Es ist schlichtweg ein Skandal, dass der öffentliche Dienst mit den haushalterischen Vorgaben der vergangenen Jahre von der Politik sehenden Auges an den Rand seiner Funktionsfähigkeit getrieben worden ist. Nachhaltige Personalbedarfsplanung und -rekrutierung: Fehlanzeige. Wettbewerbsfähige Einkommens- und Beschäftigungsbedingungen: Fehlanzeige. Ganzheitliches Gesundheitsmanagement, tragfähige Diversifizierungsstrategien: Fehlanzeige. So ist kein Staat zu machen“, zeigte sich der komba-Bundesvorsitzende und dbb Vize enttäuscht. „Starke öffentliche Dienstleistungen, die die Einhaltung von Recht und Gesetz, Daseinsvorsorge und eine funktionierende staatliche Infrastruktur garantieren und damit ein international entscheidender Standortfaktor sind, sind nicht zum Nulltarif zu haben.“

 

In einem Positionspapier hatte die komba gewerkschaft anlässlich des Symposiums nicht nur aktuelle Probleme der Kommunen aufgelistet, sondern auch praktische Lösungsansätze formuliert. Darin werden unter anderem Maßnahmen zur „gendergerechten Öffnung von Berufsgruppen“ - mehr Männer in die Kitas, Frauen in die Feuerwehr – und eine „interkulturelle Öffnung der Kommunalverwaltungen“ vorgeschlagen.

 

Zur Internetseite der komba www.komba.de

 

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