CESI-Fachtagung „Berufliche Bildung in Europa“:

dbbj-Chefin: Befristungen bleiben ein Problem

  • Karoline Herrmann

dbb-jugend-Chefin Karoline Herrmann hat am 20. Oktober 2017 auf der Fachtagung der europäischen dbb Dachgewerkschaft CESI (Confédération Européene des Syndicats Indépendants ), die sich mit der zunehmenden Bedeutung der Berufsbildung in Europa beschäftigte, von ihren Erfahrungen mit einem dualen Studium im öffentlichen Dienst berichtet. „Bereits während des Studiums hatte ich einen direkten Praxisbezug und konnte in den verschiedensten Verwaltungsbereichen mitarbeiten“, sagte Herrmann vor rund 120 Tagungsgästen im dbb forum berlin.

Positiv bewertete die heutige Kommunalbeamtin auch, dass sie bereits während des Studiums zur Beamtin auf Widerruf ernannt wurde,  somit wirtschaftlich unabhängig gewesen sei   und in ihrem Fall gute Aussichten auf eine Übernahme bestanden hätten. Herrmann nutzte ihren „Erfahrungsbericht“  zugleich, um für die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst zu werben: „Es gibt in Deutschland über 50 Ausbildungsberufe im öffentlichen Dienst. Dabei reichen die Tätigkeitsfelder von A wie ‚Allgemeine Verwaltung‘ bis Z wie ‚Zoll‘. Die Ausbildung kann sowohl im Angestellten-, als auch im Beamtenverhältnis erfolgen: so absolviert werden.“

 

Sorgen bereitet der dbbj-Chefin allerdings die nach wie vor geringen Chancen, nach dem Ende der Ausbildung übernommen zu werden. „Für mich war das mit der Übernahme nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums kein Problem, aber in vielen Bereichen sieht das ganz anders aus. Viele junge Leute wählen den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber, weil sie gerne einen sicheren Arbeitsplatz hätten, einen unbefristeten Arbeitsplatz muss man aber erst einmal ergattern: Leider ist der öffentliche Dienst in Deutschland immer noch Spitzenreiter bei Befristungen.“

 

Dass sich bei jungen Leuten Befristung an Befristung reiht, ist aus Sicht der dbb jugend ein Unding. „Die Jüngeren brauchen Perspektiven zum Aufbau einer eigenen Existenz. Die öffentlichen Arbeitgeber täten – auch mit Blick auf den immer deutlicher hervortretenden Fachkräftemangel – gut daran, grundsätzlich unbefristet einzustellen. „Stellt unbefristet ein und  sorgt für eine gute Ausstattung der Arbeitsplätze – dann Nachwuchsmangel für den öffentlichen Dienst auch nicht zum Problem“, appellierte Karoline Herrmann.

 

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