Hilfe vor Ort für Betroffene und Angehörige

dbb unterstützt Nationale Demenzstrategie

27 Ziele, rund 160 Maßnahmen: die Nationale Demenzstrategie soll Betroffene und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen. Der dbb beamtenbund und tarifunion begrüßt insbesondere, dass lokale Netzwerke zur Beratung und Hilfe für die Demenzkranken gestärkt werden sollen.

„Lokale Netzwerke sind enorm wichtig, wenn es um Hilfe zur Selbsthilfe geht“, betonte dbb Chef Ulrich Silberbach anlässlich des Auftakts zur Umsetzung der Strategie am 23. September 2020 in Berlin. Nichtsdestotrotz müsse der Bund auch Geld für pflegende Angehörige in die Hand nehmen, damit sie eine Entgeltersatzleistung aus Steuermitteln erhalten. Das Angebot vor Ort dürfe nicht von der Kassenlage der jeweiligen Kommune abhängen, da es dort immer noch große regionale Unterschiede gebe. „Auch ein Rechtsanspruch auf einen Pflegeplatz in der Kurzzeitpflege steht noch auf unserem Wunschzettel“, so der dbb Bundesvorsitzende.

 

Um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf weiter zu verbessern, richtet das Bundesfamilienministerium eine „Regiestelle“ auf Bundesebene ein. Für Unternehmen, Kommunen und Angehörige wird damit eine Plattform zu schaffen, auf der entsprechende Strategien entwickelt und vorangebracht werden können. „Hier sehen wir eine gute Anknüpfungsmöglichkeit für die Arbeit des dbb als ständiges Mitglied im Beirat zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“, fügte Silberbach an. „Leider sind die berufliche Vereinbarkeit mit der Kindererziehung und die mit einer Pflegesituation immer noch zwei Welten.“ Während bei erziehungsbedingter Freistellung oder Teilzeit eine Entgeltersatzleistung in Form des Elterngeldes gezahlt werde, könnten pflegende Angehörige für diese Zeit maximal ein zinsloses Darlehen erhalten. „Hier müssen wir ran und Geld in die Hand nehmen, denn an dieser Stelle ist es gut angelegt“, sagte der dbb Chef.

 

Bei rund 1,6 Millionen Menschen mit erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz in Deutschland ist der Umgang mit Demenzerkrankungen und deren Folgen aus Sicht des dbb und der dbb bundesseniorenvertretung ganz klar eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wir beteiligen uns aus diesem Grund auch aktiv an der Initiative Demenzpartner der Deutschen Alzheimergesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst viele Menschen mit dem Thema Demenz und Alzheimer vertraut zu machen und weitere Menschen zu finden, die die Informationen in die Öffentlichkeit weitertragen“, betonte Horst-Günther Klitzing, Vorsitzender der dbb senioren.

 

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