dbb gegen „Augenwischerei“ beim Thema Tarifeinheit

  • Demo gegen Tarifeinheit Foto: Marco Urban <!--Der dbb wehrt sich gegen Einschränkungen des Grundrechts der Koalitionsfreiheit und des Streikrechts. Hier bei einer Demo 2011 vor dem Bundeskanzleramt.-->

Ein „Recht des Stärkeren“ in der Tarifpolitik „verstößt klar gegen die im Grundgesetz garantierte Koalitionsfreiheit und kann zu einem Vernichtungswettbewerb zwischen Gewerkschaften führen“. Das hat der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“(Ausgabe vom 13. Januar 2014) noch einmal betont und hinzugefügt: „Wenn eine kleinere Gewerkschaft in einem Betrieb keine Möglichkeit mehr hat, Einfluss auf die Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder zu nehmen, kann sie sich doch gleich auflösen.“ Der dbb werde ein Gesetz zur Tarifeinheit „umgehend vor das Bundesverfassungsgericht bringen“.

Eine „Tarifeinheit light“ zu akzeptieren, bei der zwar die größere Gewerkschaft im Betrieb zum Zuge kommt, aber die Konkurrenz per Kooperationsvertrag mit ins Boot holen muss, bezeichnete Dauderstädt als “Augenwischerei“. Zu entsprechenden Überlegungen, die es im Bundesarbeitsministerium gab, sagte der dbb Chef: „Das kann man sich schenken. Ein solcher Deal würde ja nicht verhindern, dass es Koch und Kellner gibt. Solche formal vorgeschriebenen Gespräche scheitern, bevor das Sprudelwasser serviert ist.“

 

Dauderstädt wies auch auf das Problem hin, in Betrieben mit mehreren Gewerkschaften zu ermitteln, welche davon vor Ort die meisten Mitglieder hat: „Wer die stärkste Gewerkschaft ist, müsste ein Notar ermitteln – ein bürokratisches Horrorszenario.“

 

 

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