dbb bundesfrauenvertretung: Frauenanteil in Führungspositionen europaweit erhöhen!

„Die Kommission hat eine europäische Vorbildfunktion. Vor allem hier muss mehr Wert auf einen angemessenen Anteil von Frauen in wichtigen Positionen gelegt werden“, reagiert die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, Helene Wildfeuer, auf eine Erklärung der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Catherine Ashton. Diese hatte als Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Parlaments verkündet, dass bei der Rekrutierung von Personal für Leitungsfunktionen des neuen Auswärtigen Dienst (EAD) der EU nicht auf eine Frauenquote geachtet werde. Das grundlegende Prinzip des Auswahlprozesses sei Leistung.

„Natürlich muss Leistung immer das wichtigste Kriterium sein, wenn eine Stelle besetzt wird. Doch das Argument ist vorgeschoben“, sagt Wildfeuer. Über 60 Prozent der Hochschulabschlüsse werden von Frauen gemacht, aber in den führenden Positionen in Wirtschaft, Verwaltung und Politik seien Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. „Der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigt viel zu langsam. Offensichtlich geht es nicht ohne Quoten!“ Nach einer Statistik der European Women’s Lobby (EWL) seien nur 33 Prozent der EU-Kommissare weiblich, weniger als 35 Prozent der Europaabgeordneten seien Frauen und in den nationalen Regierungen würden fast drei Viertel der Ministerposten durch Männer besetzt. Das sei kein akzeptabler Zustand, so Wildfeuer: „Wenn Kommissarin Ashton jetzt Leistung als einziges Kriterium für die Besetzung von Posten angibt, dann verschließt sie die Augen vor der Realität. Denn noch immer sind die Fragen nach einer gendergerechten Leistungsbewertung, also wie, wann und wo wird Leistung gemessen, unbeantwortet.“

 

Immerhin habe die Europäische Kommission selbst das Thema Quote europaweit ganz oben auf die Agenda gesetzt. „Die dbb bundesfrauenvertretung unterstützt mit Nachdruck den Vorschlag, europaweit Quoten für Führungsposten einzuführen“, unterstützt Wildfeuer die Initiative von Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding. Diese hatte gefordert, dass bis 2015 30 Prozent und bis 2020 40 Prozent der Vorstandsmitglieder in börsennotierten Unternehmen Frauen sein müssten. „Dies kann nur ein erster Schritt sein. Auch in politischen Führungsämtern und in der Verwaltung müssen Frauen angemessen vertreten sein“, fordert Wildfeuer. „Und das eben weil sie mindestens genauso gute Leistungen zeigen, wie Männer.“

 

 

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