Einkommensrunde 2018

dbb Branchentage fortgesetzt

Die dbb Branchentage zur Einkommensrunde 2018 mit Bund und Kommunen werden fortgesetzt. Schwerpunkte bildeten die Bereiche Gesundheit, Straßen und Verkehr sowie Kommunalverwaltung.

Gesundheitsberufe in Lüneburg

Beschäftigte aus dem Gesundheitsbereich Niedersachsens haben am 1. Februar 2018 in Lüneburg ihre Erwartungen an die Einkommensrunde für Bund und Kommunen formuliert. dbb Tarifchef Volker Geyer forderte eine grundlegende Neubewertung der entsprechenden Berufe: „Das Gesundheitswesen ist ein Bereich, in dem die Beschäftigten einen immensen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Sie tun dies oft am Rande ihrer Leistungsfähigkeit und manchmal sogar darüber hinaus“, betonte Geyer. „Ob in den psychiatrischen Kliniken, in Krankenhäusern, Altenheimen oder in den Pflegediensten: Der Wert dieser Arbeit spiegelt sich in keiner Weise in der Bezahlung wieder.“ Es dürfe deswegen nicht allein darum gehen, in dieser Einkommensrunde ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten zu erzielen. „Wir müssen auch eine grundlegende gesellschaftliche Diskussion über den Wert der Gesundheitsberufe anstoßen“, so Geyer.

Straßen- und Verkehrsbeschäftigten in Kirchheim unter Teck

Am gleichen Tag diskutierten auch Straßen- und Verkehrsbeschäftigten in Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) über die Einkommensrunde. „Unsere mehr als 30.000 Kolleginnen und Kollegin sind 365 Tage im Jahr, Tag und Nacht, sonn- und feiertags auf Deutschlands Straßen im Einsatz und sorgen für reibungslose und vor allem sichere Mobilität. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Daseinsvorsorge, der auch entsprechend honoriert werden muss“, machte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender des VDStra – Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten, deutlich. Die extremen Belastungen spiegelten sich im Entgelt in keiner Weise wider. „In Anbetracht der harten körperlichen Arbeit bei Wind und Wetter, der Abgas-, Lärm- und Ozonbelastung und der deutlich erhöhten Gefahr für Leib und Leben ist eine angemessene Gefahrenzulage gefordert“, so Siebigteroth.

Kommunale Dienste in Lemgo

Zuvor hatten am 30. Januar 2018 in Lemgo (Nordrhein-Westfalen) Beschäftigte aus dem Bereich der kommunalen Dienste die zweite Runde der dbb Branchentage eröffnet. „Ob in der Verwaltung, bei Feuerwehr und Rettungsdienst oder in den Kitas: Ihr Kolleginnen und Kollegen sorgt dafür, dass unser Gemeinwesen funktioniert“, sagte Andreas Hemsing, der Bundesvorsitzende der komba Gewerkschaft. „Als Beschäftigte des öffentlichen Dienstes seid ihr Träger und Garanten der staatlichen Infrastruktur. Dafür habt ihr nicht nur Anerkennung verdient, sondern auch eine angemessene Vergütung“, so Hemsing weiter, der als stellvertretender Vorsitzender der dbb Bundestarifkommission die Ende Februar beginnenden Tarifverhandlungen begleiten wird.

Bundeswehrverwaltung in Köln

„Wir kennen unseren Wert“, machten Zivilbeschäftigte der Bundeswehr am 5. Februar 2018 in Köln deutlich. Herbert Schug, Bundesvorsitzender des Verbands der Arbeitnehmer der Bundeswehr (VAB) betonte: „Die rund 90.000 zivilen Fachkräfte, davon 23.900 Beamte und 66.000 Arbeitnehmer sowie 4.650 Auszubildende, spielen als Dienstleister in den Bereichen Personal, Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung, Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen sowie Rechtspflege und Militärseelsorge eine wesentliche Rolle für die Armee.“ Wolfram Kamm, Bundesvorsitzender des Verbands der Beamten der Bundeswehr (VBB), begrüßte die bereits vom amtierenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière gegebene Zusage, das Tarifergebnis auch auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes übertragen zu wollen. „Es gibt im Zuge der Modernisierung und Umstrukturierung der Bundeswehrverwaltung noch gewaltige Handlungsfelder und Herausforderungen, für die es motivierte und engagierte Beamtinnen und Beamte braucht.“

 

Jobcenter-Beschäftigte in Frechen

Die Arbeitsbedingungen in den Jobcentern standen im Zentrum des dbb Branchentages am 5. Februar 2018 im nordrhein-westfälischen Frechen. Dort diskutierte der stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission Andreas Hemsing mit Jobcenter-Beschäftigten aus dbb Mitgliedsgewerkschaften (komba, vbba – Gewerkschaft Arbeit und Soziales, GdS - Gewerkschaft der Sozialversicherung) über mögliche Forderungen zur kommenden Einkommensrunde 2018 mit Bund und Kommunen. „Die ungleiche Bezahlung in vielen Jobcentern zeigt wie unter einem Brennglas die strukturellen Probleme bei der Bezahlung im öffentlichen Dienst: Die Tarifstrukturen zerfasern“, kritisierte Hemsing.

Nahverkehrsbeschäftigte in Düsseldorf

„Nicht nur für Bund und Länder sprudeln die Steuereinnahmen, auch die Finanzsituation der Kommunen hat sich deutlich verbessert. Höchste Zeit, auch den Beschäftigten im Nahverkehr reale Einkommenszuwächse zu verschaffen“, forderte der stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission, Thomas Gelling, beim Branchentag Kommunaler Nahverkehr am 5. Februar 2018 in Düsseldorf im Namen aller Teilnehmenden. 

 

Hintergrund:

 

Bei den dbb Branchentagen diskutieren die Beschäftigten mit den Vertretern des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften über die Forderungen zur anstehenden Einkommensrunde mit Bund und Kommunen. Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte betroffen: 163.000 Arbeitnehmer des Bundes und 2,3 Millionen Arbeitnehmer der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 344.000 Bundesbeamte und Anwärter des Bundes, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll, um den Gleichklang der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung im öffentlichen Dienst zu gewährleisten. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet werden.

 

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