Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Bund und Kommunen: Mehr Geld für den Nachwuchs!

  • dbb jugend Chefin Karoline Herrmann und komba jugend Chef Christian DröttbohmHappy: dbb jugend Chefin Karoline Herrmann und komba jugend Chef Christian Dröttboom verhandelten für den Nachwuchs in Potsdam mit – „zäh, aber es hat sich gelohnt“, so ihr Resümee nach der erfolgreichen Einigung mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen am 17. April 2018. In den Tagen und Wochen zuvor waren bundesweit tausende junge Beschäftigte für ein deutliches Plus im Portemonnaie und ein Zeichen der Wertschätzung auf die Straße gegangen.

Azubis und junge Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen dürfen sich über mehr Geld und Urlaub freuen: Nach einem dreitägigen Verhandlungsmarathon haben Gewerkschaften und Arbeitgeber am 18. April 2018 in Potsdam eine Einigung erzielt.

Danach erhalten Azubis jeweils 50 Euro mehr Gehalt pro Monat (1.3.2018 und 1.3.2019) und 30 Urlaubstage. Für die Beschäftigten ergeben sich durch eine Umstrukturierung der TVöD-Tabelle und lineare Erhöhungen in den kommenden 30 Monaten deutliche Einkommenszuwächse von insgesamt rund 7,5 Prozent. Die Tabellenwerte werden linear in drei Schritten um 3,19 Prozent (1.3.2018), 3,09 Prozent (1.4.2019) und 1,06 Prozent (1.3.2020) erhöht.

dbb jugend Chefin Herrmann: „Wichtiges Signal der Wertschätzung“ 

Karoline Herrmann, die als Vorsitzende der dbb jugend auch Mitglied der dbb Verhandlungskommission in Potsdam ist: „Das waren zähe Verhandlungen, die sich aber wirklich gelohnt haben. Das Ergebnis berücksichtigt endlich auch die speziellen Bedürfnisse der Auszubildenden und jungen Beschäftigten. Mit den deutlichen Einkommenszuwächsen haben sie dauerhaft mehr Geld in der Tasche und ein deutliches Signal der Wertschätzung. Dieses Signal sendet auch über die aktiven Beschäftigten hinaus eine Botschaft: Der öffentliche Dienst bietet attraktive Beschäftigungsbedingungen für junge Menschen.“ Dies sei elementare Voraussetzung, um künftig im Wettbewerb um die besten Köpfe neue Arbeits- und Fachkräfte für den Staatsdienst gewinnen zu können, betonte Herrmann. „Die Nachwuchsgewinnung ist die Zukunftsfrage für Deutschlands öffentlichen Dienst, der personell auf dem letzten Loch pfeift. Das scheinen die Arbeitgeber in Bund und Kommunen nun endlich begriffen zu haben“, so die dbbj Chefin. „Entsprechend positiv nehmen wir auch die Ankündigung von Bundesinnenminister Horst Seehofer auf, das Tarifergebnis im Volumen 1:1 auf die Besoldung der Bundesbeamten und Anwärter zu übertragen.“ Mit der TVöD-Einigung von Potsdam sei nun auch der Maßstab für die 2019 anstehende Einkommensrunde im Bereich der Länder (TV-L) gesetzt, machte Herrmann deutlich. „Auch hier haben die Beschäftigten mit Blick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Nachholbedarf, auch hier brauchen wir dringend Impulse für eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung.“

 

Hintergrund

Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte betroffen: 2,3 Millionen Arbeitnehmer, Azubis und Praktikanten des Bundes und der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 344.000 Bundesbeamte und Anwärter, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft hier nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet werden.

 

zurück