eGovernment Monitor 2019

Böhm: Digitalisierungsstrategie bisher nicht wirkungsvoll genug

  • Digitalisierung des öffentlichen Dienstes

„Die Bundesrepublik tritt beim Thema Digitalisierung der Verwaltung offensichtlich auf der Stelle,“ kommentierte der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Jürgen Böhm die Ergebnisse des eGovernment Monitors 2019 der Initiative D21. Aus der am 16. Oktober 2019 in Berlin vorgestellten Untersuchung geht hervor, dass sowohl die Nutzung von, als auch die Zufriedenheit mit E-Government-Angeboten in Deutschland seit 2012 mehr oder weniger stagniert.

Obwohl 74 Prozent der Bundesbürger inzwischen einen Personalausweis mit digitaler Scheckkartenfunktion haben, nutzen beispielsweise nur sechs Prozent die damit verbundenen Funktionen. Genauso zurückhaltend gehen die Deutschen mit der Möglichkeit um, ihre Steuererklärung online anzugeben. Anders als in Österreich (81 Prozent) oder der Schweiz (58 Prozent) nutzen nur 33 Prozent der Steuerzahler hierzulande das Onlineverfahren ELSTER.

 

„Wenn in den vergangenen sieben Jahren die Zahl der Bundesbürger, die Onlineangebote der Verwaltung nutzen, generell nur von 45 auf 48 Prozent gestiegen ist und die Zahl der zufriedenen ‚Kunden‘ nur von 57 auf 60 Prozent anwächst, kann man nicht von einer wirkungsvollen Digitalisierungsstrategie reden,“ so Böhm. Gleichzeitig liegt Deutschland nach der Studie auch bei der Angebotsvielfalt, bei Schnelligkeit und Komfort sowie beim Datenschutz aus Sicht der Nutzer hinter den Vergleichsländern Österreich und Schweiz. Böhm: „Wir brauchen mehr klar strukturierte, einfache und verständliche digitale Dienstleitungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen außerdem ein breit aufgestelltes Fortbildungsangebot für die Beschäftigten, um dem steigenden Beratungsbedarf gerecht zu werden und wir brauchen mehr Engagement in der Nachwuchsgewinnung. Es kann auch dem öffentlichen Dienst nur guttun, den Anteil der ‘digital natives‘ deutlich zu erhöhen.“

 

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