Benra: Mehr deutsches Personal für Europa

Hans-Ulrich Benra, Vorsitzender des Verbandes der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden (VBOB) fordert mehr Deutsche in EU-Positionen. "Deutschland muss in Europa ein deutlich stärkeres personalpolitisches Gewicht einbringen", sagte der VBOB-Chef am 12. September im Gespräch mit dem Behörden Spiegel. Deutschland sei zwar der größte Nettobeitragszahler, sei aber bei der Vergabe von Positionen bislang viel zu zurückhaltend aufgetreten. "Das gilt für die Arbeitsebene ebenso wie für die Führungspositionen", so Benra. Bei der Vergabe der Spitzenpositionen in Rat und Kommission sei Deutschland in den vergangenen Jahren häufig leer ausgegangen.

Eine Chance für deutsches Personal sieht Benra in krisenbedingten Umstrukturierungen. "Es weiß zwar niemand genau, was unter der künftigen Wirtschaftsregierung der EU zu verstehen sein wird. Doch steht fest, dass sich als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise die personelle Präsenz Deutschlands auf dem europäischen Parkett erhöhen muss", erklärte Benra gegenüber dem Behörden Spiegel. Neue Institutionen würden geschaffen und neue Aufgabenfelder entstünden. Bei der Besetzung dieser Stellen fordert der VBOB-Chef mehr deutsches personalpolitisches Engagement.

 

Abseits von einigen Top-Personalien wie der Stellvertreterin der euoropäischen Außenbeauftragten Lady Ashton, Helga Schmid, dem Leiter der EU-Botschaft in Peking Markus Ederer, dem Generalsekretär des Europäischen Rats Uwe Corsepius und der vermutlichen Neubesetzung des Postens des Chefökonomen der Europäischen Zentralbank durch Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen fehle es vor allem an deutschem Personal auf der Arbeits- und mittleren Führunsgebene der Europäischen Institutionen. Hier müsse sich die Bundesregierung noch sehr viel mehr Mühe geben. "Neben verstärktem politischen Einsatz bei Besetzungsentscheidungen erfordert dies vor allem eine verbesserte Ausbildung und bessere Vorbereitung des Personals im Hinblick auf Europäische Aufgaben" so Benra.

 

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