Einkommensrunde Bund und Kommunen

dbb jugend: Der Nachwuchs gewinnt sich nicht allein

Die Einkommensrunde 2018 für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen geht am 15. April 2018 in Potsdam in die dritte und entscheidende Runde. In zwei Verhandlungsrunden gab es bisher kein Angebot der Arbeitgeber. Um ihrer Verärgerung darüber Ausdruck zu verleihen, war die dbb jugend heute parallel in Hamburg, Nürnberg und Schwerin auf der Straße.

Die Vorsitzende der dbb jugend, Karoline Herrmann, zeigte sich enttäuscht: „Das ist nicht die Wertschätzung die wir für unsere Arbeit im öffentlichen Dienst verdienen. Gerade im Ringen um den besten Berufsnachwuchs muss da endlich etwas mehr kommen.“ 

 

„Eine angemessene Bezahlung, fairer Urlaub und eine Verbindlichkeit nach der Ausbildung sollte für alle Auszubildende im öffentlichen Dienst eine Selbstverständlichkeit sein“, betonte die stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend,  Liv Grolik in den frühen Morgenstunden im Rahmen einer Warnstreikaktion mit mehr als 300 Beschäftigten bei der Stadtreinigung in Hamburg.

 

In Nürnberg sind 2.000 Beschäftigte auf die Straße gegangen, um auf ihre Forderungen in der Einkommensrunde aufmerksam zu machen. Mit dabei waren auch viele junge Beschäftigte, für die diese Einkommensrunde von ganz besonderer Wichtigkeit ist. Für die Jugend wandte sich der stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend, Christoph Strehle,an die Arbeitgeber: „Es darf nicht sein, dass die Kassen des Bundes und der Kommunen immer voller werden, davon aber nichts bei den Beschäftigten ankommt.“ 

 

Bei der zentralen Demonstration in Schwerin ging die Vorsitzende der dbb jugend, Karoline Herrmann, hart mit den Arbeitgebern ins Gericht: „Es ist einfach erbärmlich, wie der öffentliche Dienst sehenden Auges vor die Wand gefahren wird. Über 1,2 Millionen Beschäftigte gehen in den nächsten zehn Jahren in Ruhestand. Dabei fehlen schon heute 200.000 Stellen oder sind nicht besetzt. Unternehmen der Privatwirtschaft ziehen alle Register, um Nachwuchs- und Fachkräfte für sich zu begeistern. Und was machen Bund, Länder und Kommunen? Die müssen wir zum Jagen tragen, weil sie die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt haben.

 

Die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst müssten dringend attraktiver werden, so Herrmann: „Das bedeutet: 100 Euro mehr und einen zusätzlichen Urlaubstag für die Auszubildenden. Das bedeutet: Garantierte Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Und das bedeutet: Sechs Prozent höhere Tabellenentgelte, mindestens aber 200 Euro – denn davon profitieren neben den unteren Einkommensgruppen auch die Berufseinsteiger besonders.“ Den wiederholten Verweis auf angeblich leere öffentliche Kassen könne sie nicht mehr hören, erklärte die Vorsitzende der dbb jugend weiter: „Die Steuereinnahmen steigen auf immer neue Rekordhöhen. Das Geld ist da. Auch dank unserer Arbeit, deshalb haben wir ein Recht auf Teilhabe. Wenn nicht jetzt, wann dann? Gute Nachwuchskräfte gibt es nicht zum Nulltarif.“ Forderungen, hinter denen die jungen Beschäftigten vorbehaltlos stehen. Sie demonstrierten, um den Arbeitgebern zu zeigen, dass es an der Zeit ist, endlich ein gutes Angebot zu machen. 

 

Die dbb jugend fordert fordert im Rahmen der diesjährigen Einkommensrunde:

  • 100 Euro mehr für Azubis
  • 30 Tage Urlaub für Azubis
  • endlich eine verbindliche Zusage zur Übernahme
  • und die Tarifierung einer Ausbildungsvergütung für betrieblich-schulische Ausbildungsgänge
  • die Übernahme der Reisekosten zur Berufsschule

Hintergrund

Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte betroffen: 2,3 Millionen Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 344.000 Bundesbeamte und Anwärter, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft hier nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet werden. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ist am 15./16. April 2018 in Potsdam.

 

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