Bundestagswahl

Neue Regierung muss Befristungen im öffentlichen Dienst eindämmen

„Nach der Bundestagswahl muss sich dringend die Befristungspraxis im öffentlichen Dienst ändern“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt am 6. September 2017.

Sachgrundlose Befristungen müssten endlich der Vergangenheit angehören. „Der öffentliche Dienst hat es am Arbeitsmarkt auch so schon schwer genug, Fachkräfte zu gewinnen. Deshalb dürfen die Dienstherren mit unnötigen Befristungen nicht noch zusätzliche Unsicherheiten schaffen. Der Bund muss dabei mit gutem Beispiel vorangehen, das wird eine wichtige Aufgabe der neuen Regierung“, so der dbb Chef. Natürlich gebe es immer Schwankungen bei der Personalstärke und Befristungen seien in einigen Fällen – etwa bei Elternzeitvertretungen – ein bewährtes Instrument. „Mit einer ordentlichen Aufgabenkritik und einer sachgerechten Personalplanung können Befristungen aber deutlich eingedämmt werden. Staatliche Aufgaben sind in der Regel dauerhaft zu erledigen – trotzdem ist die Befristungsquote höher als in der Privatwirtschaft. So kann es nicht weitergehen.“

 

Besonders dramatisch ist die Situation für junge Beschäftigte, die nach der Ausbildung oft nur befristet übernommen werden. Die Vorsitzende der dbb jugend, Karoline Herrmann, sagte: „Gerade die Jungen brauchen Perspektiven, wenn sie ein eigenes Zuhause suchen und Familien gründen wollen. Mit einem befristeten Arbeitsvertrag wird in vielen Regionen aber schon die Wohnungssuche zum Fiasko.“ Der öffentliche Dienst habe sich zu lange auf seinem Ruf als sicherer Arbeitgeber ausgeruht. „Die Bewerberzahlen gehen in allen Bereichen schon aufgrund des demografischen Wandels zurück. Die Privatwirtschaft hat das erkannt und wirbt mit vielen Vergünstigungen um den Nachwuchs. Deshalb muss der öffentliche Dienst endlich umsteuern und attraktive Arbeitsbedingungen schaffen. Dazu gehört an vorderster Stelle auch die unbefristete Übernahme nach einer erfolgreichen Ausbildung.“

 

AusbildungsSTARTaktion der dbb jugend

 

 

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