Einkommensrunde für Bund und Kommunen

Mehr Lohn für junge Beschäftigte: dbb jugend droht mit Streiks

Bei einer Mahnwache am 28. und 29. September 2020 in Lüneburg haben Nachwuchskräfte des öffentlichen Diensts deutlich gemacht, was sie von der Blockadehaltung der öffentlichen Arbeitgeber in den aktuellen Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen halten: Absolut Nichts!

„Wir jungen Beschäftigten haben in den letzten Monaten kräftig die Zähne zusammengebissen und dabei geholfen, den Staat durch diese Krise zu bringen. Wir sind ohne Murren eingesprungen, wo ältere Kolleginnen und Kollegen aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterarbeiten durften. Das muss in der aktuellen Tarifrunde belohnt werden, denn von Lob allein kommt niemand über die Runden, schon gar nicht Auszubildende", stellt Karoline Herrmann, Vorsitzende der dbb jugend, heraus. Gemeinsam mit ihren jungen Kolleginnen und Kollegen haben sie auf dem Lüneburger Marktplatz vom 28. bis 29. September eine Mahnwache eingerichtet, um Passanten über die teilweise prekäre Lage der Auszubildenden und jungen Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu informieren. „Wir wollen zeigen, dass wir uns mit der kalkulierten Abfuhr der Arbeitgebenden nicht von unseren Forderungen abbringen lassen. Wir halten durch!" 

  

Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober terminiert. Bis dahin wollen die jungen Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgebenden weiter erhöhen. „Wenn es sein muss auch mit weiteren Warnstreiks", so Herrmann.

 

Hintergrund:

Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Einkommenserhöhung um 4,8 %, mind. 150 € (Laufzeit 12 Monate), Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 €, Arbeitszeitangleichung Ost an West, Verbesserungen für den Pflegebereich sowie die Reduzierung der 41-Stunden-Woche für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Vom TVöD sind etwa 2,5 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt betroffen: Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmende des Bundes und der Kommunen sowie weiterer Bereiche, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie rund 225.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll.

 

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