Bundesjugendausschuss in Dresden

Digitalisierung menschlich machen

  • Der Bundesjugendausschuss der dbb jugend kommt in Dresden zusammen. Gast war unter anderem Jens Albrecht, Abteilungsleiter Digitalisierung und Marktordnung im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der über den aktuellen Stand der digitalen Dinge im Freistaat berichtete.

Digitalisierung – im Moment DAS Thema für den öffentlichen Dienst und damit auch für die dbb jugend. 47 junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter kamen am 20./21. September 2019 in Dresden zusammen, um beim Herbst-Bundesjugendausschuss über Chancen und Risiken der digitalen Transformation zu sprechen.

„Wir machen Digitalisierung menschlich!“ lautet die Headline der Position, die der Bundesjugendausschuss in Dresden beschloss. „Die dbb jugend (Bund) sieht in der Digitalisierung eine große Chance für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, um in Zukunft effektiver und angenehmer zu arbeiten. Auch für die Bürgerinnen und Bürger wird sich der Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen einfacher gestalten“, heißt es in dem Papier. Jetzt gehe es darum, die Kompetenzen der jungen Beschäftigten zu nutzen und weiter auszubauen, die dazu notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und insgesamt dafür zu sorgen, dass der öffentliche Dienst seine wichtigen Aufgaben für das Gemeinwohl auch in Zukunft zuverlässig und schnell erbringen kann und dabei ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. „Im Mittelpunkt der Digitalisierung muss immer der Mensch stehen. Ergonomie, Funktionalitäten und Abläufe müssen die Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigen und diese bei ihrer Arbeit unterstützen. Dann kann durch die Digitalisierung die Arbeit effizienter erledigt und die Beschäftigten von Routinetätigkeiten entlastet werden, um freiwerdende Kapazitäten für komplexe Aufgabenerfüllung zu nutzen. Die Beschäftigten sind dabei der wichtigste Erfolgsfaktor – nur mit den Menschen, die die Technik gestalten und anwenden, kann die Digitalisierung funktionieren. Deshalb ist es wichtig, wirklich alle Beschäftigten bei diesem Prozess mitzunehmen. Junge Beschäftigte betrifft das besonders stark, weil diese die nächsten 40 bis 50 Jahre unter den Bedingungen arbeiten müssen, die jetzt gestaltet werden“, betonen die jungen Gewerkschafter.

 

Die dbb jugend wirbt dafür, den Berufsnachwuchs, die „Digital Natives“, als Expertinnen und Experten der Digitalisierung anzusehen. So könne ein Gelingen des digitalen Transformationsprozesses im öffentlichen Dienst sichergestellt und mit der notwendigen Akzeptanz hinterlegt werden. „Die jungen Beschäftigten bringen viele Kompetenzen, die die Digitalisierung erfordert, bereits mit und arbeiten intuitiv und selbstverständlich mit modernster Technik. Ältere Kolleginnen und Kollegen können den Umgang hiermit sicherlich ähnlich gut lernen. Das natürliche Expertenwissen junger Beschäftigter muss aber anerkannt und gemeinsam mit dem Erfahrungswissen der Älteren aktiv genutzt werden“, erläuterte dbb jugend Chefin Karoline Herrmann. Die Anerkennung der Digital Natives und ihrer Fähigkeiten könne für die zeitgemäße Weiterentwicklung der Arbeitswelt von großem Nutzen sein: „Sie können ebenso die Nutzerperspektive digitaler Verwaltungsleistungen einnehmen, da sie im Alltag ganz verschiedene Angelegenheiten selbstverständlich online abwickeln“, so Herrmann. Weiterhin spricht sich die dbb jugend für eine bessere Vermittlung digitaler Grundkenntnisse in Schule und Ausbildung sowie die verstärkte Ausbildung von eigenem IT-Nachwuchs im öffentlichen Dienst aus. Zudem müssten für Behörden und Verwaltungen eine flächendeckend zeitgemäße IT-Ausstattung zur Verfügung stehen und der Netzausbau vorangetrieben werden. Den Föderalismus, so die dbb jugend, solle man im Zuge der digitalen Transformation als Chance, nicht als Bremse sehen. „Der Föderalismus bietet die Chance, bei der Digitalisierung arbeitsteilig vorzugehen und Synergien zu erzeugen, voneinander und an Best Practice Beispielen zu lernen und sich durch den Wettbewerb um die besten Angebote und Services gegenseitig anzuspornen“, erklärte dbb jugend Chefin Karoline Herrmann.

 

Zu Gast war im Bundesjugendausschuss diesmal Jens Albrecht, Abteilungsleiter Digitalisierung und Marktordnung im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, der über den aktuellen Stand der digitalen Dinge im Freistaat berichtete. Auch dbb Chef Ulrich Silberbach kam nach Dresden, ebenso wie die Vorsitzende des Sächsischen Beamtenbund und Tarifunion (SBB), Nanette Seidler. Henning Klemme aus der dbb jugend AG Diversity informierte in einem Vortrag über gendergerechte Sprache. Beschlossen wurde in Dresden auch ein neues Logo für die dbb jugend.

 

Der Bundesjugendausschuss ist nach dem alle fünf Jahre stattfindenden Bundesjugendtag das höchste Beschlussgremium der dbb jugend, die mit rund 150.000 Mitgliedern zu den größten gewerkschaftlichen Jugendorganisationen in Deutschland gehört.

 

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