Verwaltung 4.0

Mit Innovation gegen Diskriminierung

  • Sitzung der DSTG-Bundesfrauenvertretung

Innovative Ansätze der Verwaltungsorganisation müssen gezielt genutzt werden, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu fördern und strukturelle Benachteiligungen zu beseitigen. Das machte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 13. April 2019 auf der Sitzung der DSTG-Bundesfrauenvertretung in Königswinter deutlich.

„Würden die gesetzlichen Vorgaben zur Gleichstellung im öffentlichen Dienst konsequent umgesetzt, müssten Frauen und Männer, Teilzeit- und Vollzeitkräfte dieselben Aufstiegs- und Karrierechancen haben. Die Verwaltungsrealität ist jedoch eine andere“, stellte Wildfeuer heraus. Beschäftigte, die Teilzeit mit mobiler Arbeit kombinierten, kämen bei der Leistungsbeurteilung besonders schlecht weg. Ihre Aufstiegschancen gingen gegen Null. „Die Führungskräfte müssen hier stärker in die Pflicht genommen werden, die Leistung dieser Beschäftigten stärker sichtbarzumachen und unabhängig von deren geleisteter Arbeitszeit zu beurteilen. Dazu muss der klassische Verwaltungsalltag neu organisiert werden. Das erreichen wir nur mit einem Paradigmenwechsel: weg von der Präsenzkultur hin zur Ergebniskultur“, betonte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

 

Erste innovative Ansätze, die etwa auf flächendeckende mobile Arbeitsweisen setzten, in Kombination mit Führungskräfteschulungen, verbindlichen Teamvereinbarungen und regelmäßigen Präsenztagen, an denen das gesamte Team in der Dienststelle zusammenkommt, zeigten erstaunliche Ergebnisse. Im Vergleich der Beurteilungsnoten von Vollzeit und Teilzeitkräften seien keine signifikanten Unterschiede mehr festzustellen. Das fördere nicht nur die Chancengleichheit, auch die Wahrnehmung der öffentlichen Verwaltungen als moderne und attraktive Arbeitgeber würde gesteigert, so Wildfeuer.

 

„Diese Erkenntnisse müssen wir nutzen, um beim weiblichen Nachwuchs zu punkten“, stellte Milanie Hengst, Vorsitzende der DSTG-Bundesfrauenvertretung, heraus. „In der Finanzverwaltung können wir zusehen, wie der Kampf um die besten Köpfe immer härter wird. Gleichzeitig steigt aber der Bedarf an motivierten und qualifizierten Fachkräften. Es ist höchste Zeit, dem Kulturwandel einen kräftigen Schubs zu geben.“

 

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