3. Seniorenpolitische Fachtagung:

Generationenvertrag vor der Zerreißprobe

„Hat der Generationenvertrag eine Zukunft?“ war das Thema der 3. Seniorenpolitischen Fachtagung der dbb bundesseniorenvertretung am 26. September 2016 im dbb forum berlin.

„Die vergangenen Jahre haben bereits wesentliche Kürzungen und Verschlechterungen sowohl bei der Rente als auch bei der Beamtenversorgung gebracht, beispielsweise die Anhebung der Regelaltersgrenze und die Absenkung des Renten- und Versorgungsniveaus“, sagte der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung Wolfgang Speck. Damit seien aber keine Herausforderungen gelöst, die Politik bleibe Antworten schuldig. „Mit Konzepten, die die Halbwertzeit einer Legislaturperiode haben, können Fragen nach der Ausgestaltung der Alterssicherung in 30 oder 50 Jahren kaum beantwortet werden. Wir wollen mit dieser Tagung heute dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen und mögliche Lösungsansätze für eine langfristige Alterssicherungspolitik zu zeigen“, so Speck.

 

Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach betonte, dass die drei kommunizierenden Röhren der Alterssicherung Lebensleistung, Eintrittsalter und Rentenbeitrag auch künftig so verknüpft werden müssen, dass junge Leute auf der einen Seite noch in den Genuss einer vernünftigen und vor allem finanzierbaren Rente kommen, während Rentner auf der anderen Seite keine Kürzungen hinnehmen müssen. „In diesem Zusammenhang ist die angestrebte 43-prozentige Rentenhöhe bis ins Jahr 2030 aus Sicht des dbb zu niedrig, um Altersarmut zu vermeiden.“ Silberbach warnte in diesem Zusammenhang auch vor weiteren Angriffen auf die Beamtenversorgung: „Die Lebensleistung der Beamtinnen und Beamten muss honoriert werden. Dazu gehört, das wichtige Problem der Altersarmut in Deutschland nicht immer gleich mit einer Debatte über vermeintliche Privilegien eines eigenständigen, verfassungsrechtlich geschützten Versorgungssystems zu überziehen.“

 

Eine kontroverse Diskussion um die Zukunft der Alterssicherung entfachten Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Prof. Dr. Gisela Färber von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, Dr. Reinhold Thiede von der Deutschen Rentenversicherung, Klaus Stiefermann von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung und Dr. Christoph Hauschild vom Bundesministerium des Innern. Ein Grundproblem, das den Generationenvertrag mehr und mehr vor eine Zerreißprobe stellt, stand dabei stets im Mittelpunkt: Einer immer größer werdenden Gruppe älterer Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, steht eine vergleichsweise kleine Gruppe gegenüber, die mit ihrer Arbeit Rente und Versorgung finanzieren soll.

 

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