Führungspositionengesetz

Frauen in Führungsgremien: Schluss mit „oben ohne“

  • Frauenquote

Die dbb bundesfrauenvertretung hat die aktuellen Pläne zur Reform des Führungspositionengesetzes begrüßt. Danach soll auch in Bundesunternehmen bald Schluss sein mit Führungsgremien ohne Frauen. Bis Ende 2025 sollen die wichtigsten Unternehmen im Alleineigentum des Bundes die Hälfte der Führungspositionen weiblich besetzen.

„Die derzeit geltenden Regelungen für die Aufsichtsräte zeigen einfach sehr deutlich: Wer sich an die Quote hält, macht große Fortschritte bei der geschlechtergerechten Besetzung von Führungspositionen und fördert den Kulturwandel im eigenen Unternehmen. Umso mehr begrüßen wir die Pläne der Bundesregierung, mit der Reform des Führungspositionengesetzes endlich eine verbindliche Zielvorgabe für die Aufsichtsräte und Vorstände der Bundesunternehmen einzuführen“, machte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 6. März 2020 in Berlin deutlich.

 

Ginge es nach Helene Wildfeuer, wäre eine bindende Geschlechterquotierung der Führungspositionen eine denkbare Lösung für die Bundesverwaltung. „In den obersten Bundesbehörden liegt der Anteil an weiblichen Führungskräften bei rund 36 Prozent. Eine fixe Frauenquote für Führungsaufgaben würde auch dort den Druck auf Führungskräfte erhöhen, weibliche Beschäftigte stärker zu fördern“, so die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

 

Deutlich effektiver noch als die Frauenquote im öffentlichen Dienst wertet Wildfeuer aber eine dringend notwendige Reform des Beurteilungs- und Beförderungswesens. „Bei der dienstlichen Beurteilung wirken sich Geschlechterstereotype deutlich auf das Vorankommen von weiblichen Beschäftigten aus. Das zeigen uns aktuelle Beurteilungsstatistiken. Beschäftigte, die ihre Wochenarbeitszeiten reduzieren oder Auszeiten wahrnehmen, etwa um die Familien zu organisieren, werden als weniger leistungsfähig eingestuft, erhalten schlechtere Bewertungen und werden seltener befördert. Da vor allem Frauen Pflege- und Elternzeiten sowie Teilzeit nutzen – 85 Prozent der Teilzeitkräfte im öffentlichen Dienst sind weiblich –, sind sie es, die mit den Nachteilen leben müssen“, kritisierte Wildfeuer. Sie fordert deshalb seit langem die Abkehr von der Präsenzkultur hin zu einer ergebnisorientierten Leistungskultur mit Beurteilungskriterien, die frei von Geschlechterstereotypen sind und Frauenförderung als Leistungskriterium für Führungskräfte vorsieht.

 

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