Geschlechtergerechtes Krisenmanagement

Alles Mögliche möglich machen

  • Portrait der dbb frauen Chefin

Die dbb frauen Chefin Milanie Kreutz hat sich mit Abgeordneten des Bundestages über drängende Fragen der Gleichstellung verständigt.

 „Gleichstellungspolitische Rückschritte aufgrund der Krisenlage gilt es, mit vereinten Kräften zu verhindern“, machte dbb frauen Chefin Milanie Kreutz in den politischen Herbstgesprächen deutlich. „Was würden wir aktuell ohne die vielen weiblichen Beschäftigten in Schulen, Kitas, Gesundheitsämtern, Pflegeinrichtungen und Krankenhäusern tun? Wir wären im wahrsten Sinne des Wortes aufgeschmissen. Für all diese Frauen gilt es jetzt, alles Mögliche möglich zu machen. Eine starke Frauenpolitik und die Durchsetzung der Gleichstellung sind gerade in der aktuellen Krisenlage eine wichtige politische Aufgabe, die wir mit Nachdruck verfolgen“, betonte die dbb frauen Chefin Milanie Kreutz am 2. November 2020.

 

Nur mit einem starken und verlässlichen öffentlichen Dienst komme Deutschland gut durch die Krise. Dafür müsse man auf eine effiziente und zukunftsorientierte Behördenkultur und Arbeitsorganisation bauen, die vor allem die vielen weiblichen Beschäftigten dabei unterstützt, gesund und motiviert durch die Pandemie-Zeit zu kommen. „Die Herausforderungen, denen sich die Beschäftigten im öffentlichen Dienst aktuell gegenübersehen, sind gerade für Mütter und Alleinerziehende enorm. Schichtarbeit ist für viele an der Tagesordnung, punktuelle Schulschließungen fordern zusätzliche Ressourcen. Hier müssen wir jetzt die entscheidenden politischen Weichen stellen, um Frauen nicht wieder an Haus und Herd zu binden“, resümierte Kreutz die Ergebnisse der politischen Herbstgespräche.

 

Unter anderem sprach Kreutz im Oktober mit dem Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ernst-Dieter Rossmann (SPD), der Vorsitzenden des Bundestagsauschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Sabine Zimmermann (Die Linke), Petra Nicolaisen (CDU), Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat, der Sprecherin für Finanzpolitik der Fraktion Bündnis 90/Grünen Lisa Paus und ihrer Grünen-Kollegin Ulle Schauws, stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsauschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Ziel des politischen Austauschs war es, die Bundespolitik für die Bewältigung der frauenpolitischen Herausforderungen der aktuellen Zeit zu sensibilisieren und sie für die Weiterentwicklung der nationalen Gleichstellungsstrategie unter Einbeziehung eines gendergerechten Krisenmanagements zu gewinnen. Dazu gehört aus Sicht der dbb frauen eine geschlechtergerechte und familienorientierte Steuerpolitik, eine gesetzliche Grundlage für sicheres und gesundes Arbeiten im Homeoffice, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungsfunktionen sowie die paritätische Besetzung von politischen Entscheidungsgremien. Darüber hinaus muss insbesondere die Digitalisierung der Verwaltung, aber auch die Bildungspolitik stärker unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit in der Gleichstellungspolitik verankert werden.

 

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