Einkommensrunde für Beschäftigte von Bund und Kommunen

4,8 Prozent sind gerecht: Wir Frauen im öffentlichen Dienst sind systemrelevant!

  • Milanie Hengst, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung
  • dbb Chef Ulrich Silberbach
  • Jutta Endrusch, Stellvertretende Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung

Mit einer Banner-Aktion demonstrieren die dbb frauen am 18. September 2020 auf dem Berliner Gendarmenmarkt für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Lautstark machen sie auf die Forderungen der Gewerkschaften zur Einkommensrunde der Beschäftigten in Bund und Kommunen aufmerksam.

„Morgens im Krankenhaus Menschen das Leben retten und am Nachmittag die eigenen Kinder unterrichten: Wer diese Strapazen auf sich nimmt, hat mehr verdient als warme Worte und einen Applaus vom Balkon. 4,8 Prozent sind gerecht. Wir Frauen im öffentlichen Dienst sind systemrelevant“, lautet die Botschaft der dbb frauen-Chefin Milanie Hengst an die öffentlichen Arbeitgebenden von Bund und Kommunen.

 

Die Pandemie machte laut Hengst vor allem eines deutlich: „Es sind die vielen Frauen, die im Gesundheitsdienst, in Kitas, in der Kommunal- und Bundesverwaltung den Laden Staat am Laufen halten. Sie alle haben in den Monaten des Lockdowns hart am Limit gearbeitet“, so die dbb frauen Chefin. Bund und Kommunen hätten jetzt die Chance zu beweisen, dass die Corona-Hilfen nicht nur dazu da seien, Finanzlöcher zu stopfen. „Die staatliche Unterstützung muss bei denjenigen ankommen, denen Bund und Kommunen alles zu verdanken haben – bei ihren vor allem weiblichen Beschäftigten. 4,8 Prozent mindestens aber 150 Euro mehr im Monat, das muss den öffentlichen Arbeitgebern der unermüdliche Einsatz ihrer Belegschaft Wert sein“, forderte Hengst. Ein positiver Ausgang der Einkommensrunde würde vor allem weiblichen Beschäftigten zugutekommen: Derzeit sind in Kommunen über mehr als 60 Prozent und beim Bund rund 54 Prozent der Beschäftigten Frauen.

 

Unterstützung erhalten die Demonstrantinnen aus Bund und Kommunen vom dbb Bundesvorsitzenden Ulrich Silberbach: „Eine deutliche Lohnsteigerung ist gerade in diesen unsicheren Zeiten ein wichtiges Signal. Es zeigt: Wir stehen hinter unseren Beschäftigten und wir gehen gemeinsam durch diese Krise. Am 19. September erwarten wir deshalb ein faires Angebot von den Arbeitgebern, eines, das nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch die Zusatzbelastungen der vergangenen Monate – im Dienst und zu Hause – angemessen honoriert“, so Silberbach.

 

Hintergrund

Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Einkommenserhöhung um 4,8 %, mind. 150 € (Laufzeit 12 Monate), Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 €, Arbeitszeitangleichung Ost an West, Verbesserungen für den Pflegebereich sowie die Reduzierung der 41-Std.-Woche für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Vom TVöD sind etwa 2,5 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt betroffen: Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmende des Bundes und der Kommunen sowie weiterer Bereiche, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie rund 225.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die Auftaktrunde am 1. September 2020 blieb zunächst ergebnislos. Weitere Verhandlungsrunden sind für 19./20.9. und 22./23.10.2020 in Potsdam verabredet.

 

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