Digitale Branchentage für den Sozial- und Erziehungsdienst

Beschäftigte am Limit - Es muss ein deutliches Signal geben!

  • Digitale Branchentage für den Sozial- und Erziehungsdienst

Am 28. und 29. Juli 2020 fanden zwei weitere digitale Branchentage zur Einkommensrunde 2020 mit Beschäftigten aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes statt. Vertreterinnen und Vertreter der KEG (Katholische Erziehergemeinschaft) und des VBE (Verband Bildung und Erziehung zusammen mit dem Sächsischen Lehrer- und dem Sächsischen Erzieherverband) berichteten, unter welchen erschwerten Bedingungen sie die Corona-Krise meistern.

Neben fehlender Schutzausrüstung und Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Abstands- und Hygienevorschriften sowohl bei der Notbetreuung, als auch bei der Wiedereinführung des Regelbetriebes war immer auch die Sorge um die eigene Gesundheit ein wichtiges Thema. „Trotz aller Widrigkeiten haben die Kolleginnen und Kollegen den Betrieb in den Kinderbetreuungseinrichtungen stets sichergestellt, so dass Menschen in systemrelevanten Bereichen weiterarbeiten konnten und ihre Kinder gut versorgt waren. Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erwarten Wertschätzung für ihre Arbeit. Das muss sich jetzt endlich auch finanziell bemerkbar machen“, so dbb Tarifchef Volker Geyer. Ergänzend fügte Jens Weichelt, stellvertretender Bundesvorsitzender des VBE, hinzu: „Spätestens seit dieser Krise ist allen die gesellschaftliche Bedeutung und die herausragende Leistung der Kolleginnen und Kollegen in den Kindertagesstätten deutlich vor Augen geführt worden und auch, wie ein Alltag ohne deren Arbeit aussieht“.

 

Die Diskussionen zeigten, dass es überaus wichtig ist, die Attraktivität des Berufstandes zu verbessern. „Die Beschäftigten sind am Limit. Nur ein deutliches Signal kann dazu führen, dass die Kolleginnen und Kollegen bei der Stange bleiben“, so Gerlinde Kohl, Bundesvorsitzende der KEG. Das bedeutet, neben einer besseren Bezahlung mehr Investition in die Ausbildung neuer Fachkräfte und bessere Arbeitsbedingungen. „Zudem braucht es keine Sonntagsreden mehr, sondern 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung auch endlich ein einheitliches Tarifgebiet in Ost und West“, so Weichelt. Für diese Forderungen seien sie bereit zu kämpfen, so das Resümee aller Teilnehmenden.

 

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