Einkommensrunde 2015:

Unikliniken: Patienten und Beschäftigte sind mehr als Kostenfaktoren

In vielen Universitäts-Kliniken arbeitet das Personal an der körperlichen Belastungsgrenze. An der Uniklinik Bonn diskutierten die Beschäftigten am 21. November 2014 deshalb darüber, wie sich die Arbeitsbedingungen verbessern lassen. Die Ergebnisse fließen in die Forderungen des dbb für die Einkommensrunde 2015 des öffentlichen Dienstes der Länder ein. Helmuth Lemoch von der vdla gewerkschaft und Mitglied des Personalrats an der Uniklinik sagte im Vorfeld: „Weder Patienten noch Beschäftigte wollen als reine Kostenfaktoren gesehen werden.“

„Die Unikliniken haben in der Regel einen sehr guten Ruf“, so Lemoch weiter. „Sie leisten nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag für die flächendeckende Gesundheitsversorgung, sondern garantieren beispielsweise eine gute Ausbildung der Mediziner. Um das auch weiterhin leisten zu können, müssen wir aber die Ausstattung an die Anforderungen anpassen. Wir dürfen unsere Krankenhäuser nicht länger auf Verschleiß fahren, das gilt besonders für die Belastung der Pflegekräfte. Sonst leidet die Gesundheit der Patienten und die des Personals.

 

Für Willi Russ, Zweiten Vorsitzenden des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik, liegt ein Kernproblem in der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung – bei den Unikliniken ebenso wie im gesamten öffentlichen Dienst: „Qualifiziertes Pflegepersonal ist beispielsweise gefragter denn je in Deutschland. Wer da als Arbeitgeber keine konkurrenzfähigen Angebote machen kann, der hat schnell das Nachsehen“, sagte Russ. „In der Einkommensrunde 2015 für den öffentlichen Dienst der Länder muss es deshalb spürbare Verbesserungen bei den Einkommen geben.“

 

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