dbb Bildungsgewerkschaften

Weiterhin keine klaren Richtlinien für Schulen

Bund und Ländern haben mit der Fortführung der Corona-Beschränkungen vom 25. November 2020 nach Auffassung der Bildungsgewerkschaften im dbb nur ernüchternde Ergebnisse für die Schulen geschaffen.

„Alle Festlegungen wurden wohl der ‚Zielvorgabe Weihnachten‘ untergeordnet. Die Rückkehr zu Grenzwerten ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch meilenweit von den ursprünglichen Vorgaben entfernt. Erneut wird damit die wertvolle Zeit der kommenden Wochen nicht genutzt, und Schulen müssen in Hotspot-Gebieten mit hohen Infektionszahlen unter unklaren Bedingungen selbstgestrickte Lösungen finden“, äußerte sich Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) nach den Entscheidungen in Berlin.

 

„Die Länder legen fest, wann sich Schulen eines Katalogs von hygienischen, pädagogischen und strukturellen Maßnahmen bedienen können und hoffen, damit die Zeit bis zum vorgezogenen Beginn der Weihnachtsferien zu überbrücken. Das ist zu wenig und greift zu kurz“, so dbb Vize Böhm.

 

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), kritisierte die Clusterisolation: „Der Aspekt der Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Lehrkräfte spielt anscheinend nunmehr eine völlig untergeordnete Rolle. So kommt es zu absurden Situationen: Wenn eine Lehrkraft erkrankt, muss die erste Reihe in die Isolation. Erkrankt ein Schüler aus der ersten Reihe, muss die Lehrkraft aber nicht in Isolation. Das ist nicht nachvollziehbar – weder mit dem Blick auf den Infektionsschutz noch mit Blick auf die pädagogische Herausforderung als Lehrkraft zu erklären, weshalb man selbst weiterarbeiten gehen kann und die Kinder aber zu Hause bleiben müssen.“

 

Auch der Deutsche Philologenverband (DPhV), die Katholische Erziehergemeinschaft Deutschland (KEG) und der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) fordern Unterrichtsqualität und Gesundheitsschutz in der gegenwärtigen Situation zusammenzubringen. Es brauche differenzierte, alters- und schulartspezifische Lösungen, eine bessere Kommunikation mit den Eltern und eine genaue Analyse der Infektionslage vor Ort.

 

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