Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes wurden in den vergangenen Jahren zunehmend von zwei Determinanten bestimmt, die sich in erster Linie als Konsequenzen des über Jahre verfolgten rigiden Sparkurses der öffentlichen Dienstherrn und Arbeitgeber ergeben: der dünnen Personaldecke einerseits und der in vielen Bereichen mangelhaften technischen Ausstattung andererseits.

 

Zwischen 1991 und 2012 wurden im Kernbereich des öffentlichen Dienstes in Deutschland rund 1,6 Millionen Stellen abgebaut. Gleichzeitig sind die Aufgaben des Staates jedoch nicht weniger, sondern – insbesondere durch Reformen im Bereich der Sozialgesetzgebung und vermehrte Anstrengungen zur Verbesserung der Inneren Sicherheit – deutlich gewachsen. Zudem ist vom allseits geforderten Bürokratieabbau, an dem niemand mehr Interesse hat als die unmittelbar vom Regelungsdschungel betroffenen Beschäftigten der Verwaltung, kaum etwas zu sehen. So müssen im öffentlichen Dienst immer weniger Menschen immer mehr leisten.

 

Auch die technische Ausstattung des Staatsdienstes lässt sowohl im Vergleich zur privaten Wirtschaft als auch zur Privatausstattung der Bürgerinnen und Bürger, also der „Kunden“ der Verwaltung, in vielen Bereichen zu wünschen übrig. Das gilt nicht nur für die Arbeitsplätze (Büroeinrichtungen aus den 70er Jahren, nur wenige PC-Arbeitsplätze mit Email-, Internet- oder Faxausstattung), sondern auch für die Arbeitsmittel. So muss sich beispielsweise ein Zollbeamter bei der Anschaffung einer lebensrettenden kugelsicheren Schutzweste an den Kosten beteiligen. Polizeibeamte telefonieren im Dienst oft mit ihren privaten Mobiltelefonen, weil ihre völlig veralteten Dienst-Funkgeräte nicht funktionstüchtig sind. Während sich die Kriminalität seit Langem digital organisiert, funken Deutschlands Polizisten noch immer analog und damit nicht abhörsicher.

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