dbb magazin 10/2019

nachrichten << Gespräch im Fernstraßen-Bundesamt Beschäftigte sind Erfolgsfaktor Bei einem Gespräch im Fernstraßen-Bun- desamt (FBA) am 12. September 2019 in Leipzig ging es um die Rolle des FBA als Dienstherr für Beamtinnen und Beamte im Einsatz bei der Autobahn GmbH. Birgit Schenderlein, Leiterin des FBA-Aufbaustabs, stellte fest: „Beamte und Arbeitnehmer sind ein Teil des Erfolgs der Autobahn-Reform.“ Für die Abstimmung zwischen der Autobahn GmbH und dem FBA in Personalangelegenheiten der zuge­ wiesenen Beamtinnen und Beamten ist ein Prozesshandbuch geplant. Während des Treffens wurden darüber hinaus die The­ men dienstliche Beurteilung, Laufbahn­ recht sowie Mitbestimmung angesprochen. Zum letzten Punkt bemerkte Friedhelm Schäfer, Zweiter Vorsitzender und Fachvor­ stand Beamtenpolitik des dbb: „Es darf keine mitbestimmungslose Zeit bei der Anwen­ dung und Umsetzung der beamtenrechtli­ chen Regelungen geben.“ Gleiches gelte selbstverständlich auch für die Autobahn GmbH. Für Volker Geyer, stellvertretender Bundesvorsitzender und Fachvorstand Tarif­ politik des dbb, ist trotz der guten Regelun­ gen, die mittlerweile verhandelt worden seien, „die gemeinsame Arbeit der Sozial­ partner während der nächsten Monate von entscheidender Bedeutung, damit die Be­ schäftigten das notwendige Vertrauen in das Fernstraßen-Bundesamt und die Auto­ bahn GmbH aufbauen können“. Lehrermangel an Grundschulen „Schluss mit Lippenbekenntnissen“ Laut einer neuen Analyse der Bertelsmann Stiftung fehlen allein an Grundschulen bis 2025 mehr als 26000 Lehrerinnen und Lehrer. dbb Vize Jürgen Böhm fordert die Politik auf, endlich „Schluss mit Lippenbekenntnissen“ zu machen. „Seit Jahren ist die eklatante Unterversorgung der Schulen in Deutschland mit qualifizier­ ten Lehrkräften bekannt. Seit Jahren leiden nicht nur die Kol­ leginnen und Kollegen unter dem enormen Arbeits- und ge­ sellschaftlichen Erwartungs­ druck, der auf ihnen lastet, auch die Schülerinnen und Schüler bekommen die Aus­ wirkungen dieser Mangelwirt­ schaft Tag für Tag zu spüren – Stundenausfall, Notenman­ gel, Unterricht im Schnell­ durchlauf anstelle differen­ zierter Pädagogik. Die Verant- wortlichen in der Politik aber winken seit Jahren ab und tun so, als sei alles halb so wild. Das ist eine geradezu zynische und skandalöse Verweige­ rungshaltung, mit der endlich Schluss sein muss“, forderte Böhm, der auch Bundesvorsit­ zender des Deutschen Real­ schullehrerverbandes (VDR) ist, am 9. September 2019. „Die Menschen verstehen ei­ nen Staat nicht, der eine Schul­ pflicht auferlegt, seinem dar­ aus folgenden Bildungsauftrag aber nicht nachkommt und die Schulen nicht nur baulich, son­ dern vor allem pädagogisch mehr oder weniger sich selbst überlässt. Nur dem großen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer ist es zu verdanken, dass die negativen Folgen für die Bildungsqualität noch kein verheerendes Ausmaß ange­ nommen haben. Aber die Kol­ leginnen und Kollegen sind mit ihrer Kraft am Ende, sie fühlen sich alleingelassen und schlicht und ergreifend ganz mies behandelt. Hier darf es kein ‚Weiter so‘ geben. Die Län­ der müssen Schluss mit ihren Lippenbekenntnissen machen und konkrete Aktionspläne starten, die zügig Abhilfe und mittel- wie langfristig nachhal­ tige Lehrkräftereserven schaf­ fen“, stellte Böhm klar. Konkret sei jetzt eine aktive Nachwuchswerbung für Lehr­ kräfte angezeigt, die mit at­ traktiven Beschäftigungsbe­ dingungen Menschen für den Lehrendenberuf gewinnt. „Dazu gehört zwingend der Be­ amtenstatus für Lehrerinnen und Lehrer, ebenso wie eine leistungsgerechte Bezahlung, flexible Arbeitszeit- und Karrie­ remodelle, eine ausgewogene Aufgabenverteilung und mo­ dern ausgestattete Schulen“, betonte der dbb Vize. Seiten- und Quereinsteiger könnten in der aktuellen Misere eine Übergangslösung zur Milde­ rung sein, bedürften aber umfassender Qualifizierung und Unterstützung. Die Politik, namentlich die Konferenz der Kultusministerinnen und Kul­ tusminister (KMK), solle sich zügig auf verbindliche Parame­ ter einer verlässlichen Bedarfs­ prognose einigen, die künftig in jedem Bundesland jahres­ aktuell zu erstellen sei. Böhm: „Es kann nicht angehen, dass die Bildungsplaner so etwas Grundlegendes seit Jahren nicht auf die Reihe bekommen und sich stattdessen in immer neuen Schulreformen, die kein Mensch braucht, verlieren und für einen dringend benötigten Digitalpakt Jahre brauchen, um ihn ins Werk zu setzen – in der Schule würde es für so eine de­ solate Leistung eine glatte 6 geben.“ Laut aktueller Analyse der Ber­ telsmann Stiftung werden im Jahr 2025 mindestens 26300 Absolventinnen und Absolven­ ten für das Grundschullehramt fehlen. Die KMK ist in ihrer Pro­ gnose aus dem Oktober 2018 hingegen von lediglich rund 15300 fehlenden Lehrkräften ausgegangen. Die Diskrepanz ist auf einen stärkeren Anstieg der Schülerzahlen zurückzu­ führen. © Colourbox.de © Colourbox.de/Roman Babakin 8 dbb > dbb magazin | Oktober 2019

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==