dbb magazin 4/2026

ziehen die Preise an – und mit der aktuellen Weltlage wird das eher noch schlimmer. Deshalb brauchen die Beschäftigten ein ordentliches Einkommensplus“, hatte dort Hermann-Josef Siebigteroth, stellvertretender Vorsitzender der dbb-Bundestarifkommission und Bundesvorsitzender der VDStra., gefordert. Der stellvertretende Vorsitzende des dbb Hessen, Richard Thonius, hatte die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten des Landes und der Kommunen angemahnt: „Den Beamtinnen und Beamten in Hessen wurden immer wieder Sonderopfer abverlangt. Damit muss Schluss sein.“ Zwischen den Verhandlungsrunden hatten Beschäftigte unter anderem in Fulda und Wiesbaden mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen auf die Notwendigkeit angemessener Einkommensbedingungen hingewiesen. _ Einkommensrunde Dataport Tarifabschluss bringt Verbesserungen In der dritten Verhandlungsrunde hat sich der dbb mit der Dataport AöR auf ein Tarifergebnis geeinigt. Die Grundentgelte steigen in drei Stufen um insgesamt 5,8 Prozent. Es waren lange, aber konstruktive Verhandlungen, an deren Ende wir einen tragfähigen Kompromiss erreicht haben“, sagte Andreas Hemsing, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, am 20. März 2026. „Die Arbeitgeberin hat erkannt, dass bei steigenden Aufgaben auch die Einkommen mitziehen müssen. Mit dem Ergebnis kommt ein Anstieg – sowohl in der Tabelle als auch bei der Dataport-Zulage.“ Auch für die Auszubildenden hat der dbb spürbare Ergebnisse erzielt: Durch Preissteigerungen geraten vor allem die Auszubildenden unter finanziellen Druck. In den Verhandlungen hat der dbb neben einer Erhöhung des Zuschusses zum Semesterticket sowohl eine Steigerung der Auszubildenden-Entgelte als auch eine sofortige einmalige Sonderzahlung für Nachwuchskräfte durchgesetzt. Letztere dient zur Kompensation der durch die geopolitische Lage verursachten Preisentwicklung. Hemsing weiter: „Neben den Entgelterhöhungen haben wir zusätzliche Verbesserungen für die Beschäftigten verhandelt. Mit dem neuen Tarifvertrag erhöhen sich unter anderem die Zulagen für Schicht- und Wechselschicht und die Höhe der vermögenswirksamen Leistungen. Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Wochen auf die Straßen gegangen sind. Dank dieser Rückendeckung war der Abschluss in der vorliegenden Form möglich“, betonte der dbb-Vize. Für die Tarifbeschäftigten bei Dataport, dem spezialisierten ITDienstleister für die öffentliche Verwaltung in Deutschland, gilt seit 2008 ein Haustarifvertrag mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen und einer eigenständigen Entgelttabelle. Die Eingruppierungsregelungen sind 2013 neu geschaffen worden. Der TV Dataport hat eine vom allgemeinen Ländertarif losgelöste Entgeltordnung. Seit 2013 gilt zudem ein eigenständiges Tarifrecht für Nachwuchskräfte, Auszubildende und Dualstudierende bei Dataport. _ > Die Entgelte steigen ab dem 1. März 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro monatlich, ab dem 1. Februar 2027 um weitere 2,0 Prozent und ab dem 1. Dezember 2027 um weitere 1,0 Prozent. Die Laufzeit beträgt 27 Monate. > Die Dataport-Zulage steigt ebenso linear um die vorgenannten Sätze. Zudem erhöht sie sich ab dem 1. Januar 2026 für EG 1 bis 13 um 40 Euro sowie für EG 14 und 15 um 20 Euro. Ab dem 1. Januar 2027 steigt die Zulage für EG 1 bis 9 um 40 Euro, für EG 10 bis 13 um 45 Euro und für EG 14 und 15 um 20 Euro. Das Ergebnis im Detail dbb-Tarifchef und Verhandlungsführer Andreas Hemsing (Mitte) auf einer Demonstration im Rahmen der Dataport-Verhandlungen am 12. März in Kiel. © Kerstin Seipt Beschäftigte der Straßenverkehrsbetriebe am 3. März 2026 in Fulda. © Friedhelm Windmüller (4) AKTUELL 7 dbb magazin | April 2026

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