SENIOREN Finanzen Schuldenfrei im Alter Die BAGSO behält mit ihrer neuen Broschüre Finanzen und Hilfen im Blick. Über Geld zu sprechen, fällt vielen Menschen schwer – vor allem, wenn es knapp ist. Wenn sich das Einkommen im Alter mit dem Übergang in die Rente oder durch Verlust des Lebenspartners beziehungsweise der Lebenspartnerin deutlich verringert, können schnell schwierige finanzielle Situationen entstehen. Die Scham, Hilfsangebote wie eine Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen, ist jedoch gerade bei Älteren groß. Ein seit Januar herunterladbarer Ratgeber informiert verständlich über Renten, Versicherungen, Möglichkeiten der Kostensenkung und Hilfsangebote. Zahlreiche konkrete Tipps zeigen Wege auf, wie man sich auf mögliche finanzielle Veränderungen im Alter vorbereitet und wie Überschuldung vermieden oder bewältigt werden kann. Die Publikation wurde von der BAGSO, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, deren Mitglied die dbb bundesseniorenvertretung ist, in Zusammenarbeit mit der Diakonie Deutschland verfasst. _ Altersforschung Gleiche Werte und Normen teilen Das Vertrauen in politische Institutionen hängt mit dem Gefühl gesellschaftlichen Eingebundenseins zusammen. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA). Etwa 73 Prozent der Deutschen haben aktuell kein Zutrauen mehr zur Handlungsfähigkeit des Staates, zeigte die „Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst“, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Juli 2025 im Auftrag des dbb durchgeführt hat. Und doch ist grundlegendes Vertrauen in politische Institutionen und Akteure gerade in Krisenzeiten notwendig. Denn Konsequenzen aus Krisen, wie Inflationssprünge oder Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen oder umweltbewusstes Verhalten werden eher von Menschen mitgetragen, die grundlegend in politische und ausführende Institutionen vertrauen. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Alterssurveys durch das DZA zeigt nun, wie stark das Vertrauen in politische Institutionen und Akteure unter Älteren ausgeprägt ist. Die meisten Menschen in der zweiten Lebenshälfte vertrauen der Polizei, der Wissenschaft und der Justiz beziehungsweise den Gerichten (Anteile zwischen 79 und 89 Prozent). Deutlich weniger Menschen jedoch vertrauen den primär politischen Institutionen wie Bundestag, Bundesregierung, Parteien und Europäische Union, ebenso den Medien (22 bis 40 Prozent). Zudem stechen die Zusammenhänge zwischen dem Gefühl, gesellschaftlich ausgeschlossen zu sein, und politischem Vertrauen hervor. Menschen ab 43 Jahren, die sich sozial ausgeschlossen fühlen, zeigen deutlich weniger Vertrauen in politische Institutionen und Akteure. Die Unterschiede variierten je nach Institution oder Akteur zwischen rund 12 und 28 Prozentpunkten. Angesichts dieses Zusammenhangs sollte in Politik und Gesellschaft ein stärkeres Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass das Empfinden sozialer Ausgrenzung ein ernst zu nehmendes gesellschaftliches Problem darstellt, das langfristig auch die Stabilität demokratischer Strukturen beeinträchtigen kann, resümierte Erstautorin Lisa J. Klasen. Sie erläuterte: „Ohne Vertrauen werden politische Prozesse erschwert. Gleichzeitig entsteht Vertrauen nicht von selbst. Es lässt sich nicht einfach herstellen oder verordnen, sondern wächst über längere Zeit. Es hängt zum Beispiel davon ab, ob Menschen die Arbeit politischer Institutionen und Akteure als gut und fair bewerten. Außerdem spielt es eine Rolle, ob sie das Gefühl haben, grundlegende Werte und Normen mit ihnen zu teilen.“ _ t1p.de/BAGSO-Schuldenfrei-im-Alter Zum kostenlosen Download © Unsplash.com/Getty Images INTERN 35 dbb magazin | April 2026
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==