dbb magazin 4/2026

PODCAST Die Diplom-Verwaltungswirtin Hoch spezialisierte Fachkräfte sind Mangelware Käme die Binnenschifffahrt zum Erliegen, wären bald die Regale im Supermarkt leer. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sichert diesen zentralen Teil der Infrastruktur. Die Podcast-­ Beiträge des dbb gibt es unter www.dbb.de und überall, wo es Podcasts gibt. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung war trotzdem nicht Berufsziel für die 62-jährige Diplom-Verwaltungswirtin Heike Stahl, berichtet sie in der neuen Folge des dbb-Podcast „DienstTag“: „Ich bin zwar in unmittelbarer Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal aufgewachsen, bin zigmal mit der Fähre über den Kanal oder an den Schleusen vorbei. Ich kannte die Behörde dahinter aber gar nicht.“ Erst mit dem Wechsel von der Bundeswehrverwaltung bekam die Diplom-Verwaltungswirtin einen Eindruck von der Größe und Bedeutung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Inzwischen leitet sie die Abteilung Administration und managt Personal, Haushalt, Orga und IT beim Wasser- und Schifffahrtsamt Elbe-Nordsee. In Deutschland gibt es über 7 000 Kilometer schiffbare Kanäle, und die 17 Wasser- und Schifffahrtsämter sind als Teil der Bundesverwaltung für deren Unterhalt zuständig – von der Wartung und Sanierung bis zur Betonnung, Tiefenmessung oder Verkehrsüberwachung. Ob die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit Piraten zu tun hat? „Ich habe zwar noch keine gesehen, aber wenn ein deutsches Schiff in internationalen Gewässern havariert oder von Piraten bedroht wird, dann sind wir auf jeden Fall mit im Boot“, erklärt Stahl. Das Ganze sei vergleichbar mit dem Verkehr auf der Straße, wo die Autos nach Regeln und nicht wild durcheinanderfahren, erläutert Stahl ihr Aufgabengebiet. „Auch auf dem Wasser ist der Verkehr geregelt. Es gibt Verkehrsüberwachung und auch die guten alten Leuchttürme. Für all das sind wir zuständig, damit Güter zuverlässig und sicher transportiert werden. Wir überwachen zum Beispiel auch die Wassertiefe und sind mit der Kartierung der Wasserstraßen befasst.“ Weiter müssen ziemlich viele Voraussetzungen gegeben sein, bevor ein Schiff losfährt, zum Beispiel muss das richtige Personal an Bord sein. Obwohl es auch in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung einen großen Investitionsstau gibt, ist das aktuell nicht Heike Stahls größtes Problem: „Wir leiden seit Jahren vor allem unter einem wachsenden Personalmangel. Die hoch spezialisierten Fachkräfte, die wir brauchen, finden sich auf dem freien Markt einfach immer schwerer“, erläutert die Verwaltungswirtin. „Wir bilden deshalb verstärkt selbst aus, etwa Seevermessungstechniker oder Wasserbauer, Tischler oder Elektroniker. Ich erinnere mich an Zeiten, da hatten wir für jede Stelle 40 bis 50 Bewerbungen. Davon sind wir inzwischen weit weg.“ Dabei, so Heike Stahl, habe die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nicht nur besonders schöne Arbeitsplätze anzubieten. „Die Bezahlung ist auch o. k. Wir haben keinen Gender-Pay-Gap und ziemlich flexible Arbeitszeitregelungen.“ zit Model-Foto: Colourbox.de INTERN 31 dbb magazin | April 2026

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