dbb magazin 4/2026

TAGUNG dbb-Bundesfrauenkongress 2026 Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie. Mit rund 500 000 weiblichen Mitgliedern ist die dbb bundesfrauenvertretung die größte Interessenvertretung weiblicher Beschäftigter im öffentlichen Dienst. Alle fünf Jahre tritt der dbb-Bundesfrauenkongress als höchstes Gremium der dbb bundesfrauenvertretung zusammen, um die Grundsätze für die frauenpolitische Arbeit im dbb beamtenbund und tarifunion festzulegen. Am 20. und 21. März 2026 ging der 13. dbb-Bundesfrauenkongress unter dem Motto „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ im Estrel Convention Center Berlin über die Bühne. Zum Auftakt des Kongresses stellten Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig und dbb frauen-Chefin Milanie Kreutz die Lage der Gleichstellung in Deutschland vor und machten klar, was sich ändern muss: „Gerade in schwierigen Zeiten und andauernden Krisen braucht es die Perspektiven von Frauen mehr denn je. Mehr politische Teilhabe von Frauen ist notwendig. Die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist nach wie vor Verfassungsauftrag“, betonte Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und dbb-Vize. Weltweit geraten Frauenrechte unter Druck. Extremistische und autokratische Kräfte versuchen, Fortschritte in der Gleichstellung zurückzudrehen, und instrumentalisieren Krisen für ihre Zwecke. „Gleichberechtigung ist kein Bremsklotz, sondern ein Schlüssel zur Bewältigung von Krisen. Wer Gleichstellung infrage stellt oder vernachlässigt, verschärft bestehende Ungleichheiten und schwächt die Demokratie. Deshalb müssen wir jetzt entschlossen dafür sorgen, dass Frauen auf allen Ebenen mitentscheiden und ihre Interessen wirksam vertreten können.“ Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, machte auf der Veranstaltung deutlich: „Mehr Frauen in die Parlamente – das stärkt die Legitimation unserer Demokratie und verbessert die Qualität politischer Entscheidungen. Erst durch die Repräsentanz von Frauen in den Parlamenten kamen und kommen auch viele Themen, die sie betreffen, auf die politische Agenda – von Mutterschutz über bezahlte Sorgearbeit bis hin zu Gewalt gegen Frauen.“ Es sei von großer Bedeutung, die Situation mit einem Paritätsgesetz zu verbessern, so die SPD-Politikerin. Denn: „Frauen leisten mehr Care-Arbeit, da bleibt weniger Zeit für Termine und Sitzungen, die einen Einfluss auf die Karriere haben“ – oft spielten auch parteiinterne Strukturen und Nominierungspraktiken eine Rolle dabei, dass Frauen ausgebremst werden. „Mir sind Fälle bekannt, in denen Parteien Frauen nur in Wahlkreisen mit geringen Erfolgschancen aufgestellt haben.“ Gewalt im digitalen Raum – das ist ein Thema, von dem besonders Frauen betroffen sind. Angefangen bei Anfeindungen über Identitätsdiebstähle bis hin zu Deepfakes. Oft sei die digitale Gewalt so massiv, dass sich Betroffene, die im öffentlichen Raum auftreten, aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Die Bundesjustizministerin sicherte zu, bestehende Gesetzeslücken schließen und Frauen im digitalen Raum besser schützen zu wollen. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden.“ Aushöhlung der Grundrechte verhindern dbb-Chef Volker Geyer betonte in seinem Grußwort: „Wer an der Gleichstellung von Frauen und Männern sägt, schadet der Demokratie. Jetzt geht es darum, gemeinsam Ungleichheiten zu bekämpfen.“ Die Gleichstellung von Frauen und Männern sei kein Nebenthema, sondern Kernbestandteil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Wo Frauenrechte geschwächt werden, wird am Fundament der Demokratie gerüttelt.“ Zurzeit würden Frauenrechte wieder offen angegriffen und als verhandelbar dargestellt. „Dahinter steckt ein rückwärtsgewandtes Rollenbild, das mit einer modernen, offenen Gesellschaft nichts zu tun hat. Gerade die Ewiggestrigen vom rechten Rand versuchen, Gleichstellung als ideologisches Projekt abzutun“, erklärte Geyer. „Diese reaktionären Vorstellungen sind mit unserem Grundgesetz und mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung der vergangenen Jahrzehnte nicht vereinbar. Wir werden uns mit allem, was wir haben, gegen eine Aushöhlung unserer Grundrechte zur Wehr setzen.“ Faire Milanie Kreutz Stefanie Hubig © Marco Urban (6) 28 INTERN dbb magazin | April 2026

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